Kommunalwahl 2018 : Mathias Schmitz zieht nun doch in den Schenefelder Stadtrat ein

Das Direktmandat hatte er verloren, doch weil seine Kollegin verzichtet, erhält Mathias Schmitz einen Sitz im Schenefelder Rat.

Das Direktmandat hatte er verloren, doch weil seine Kollegin verzichtet, erhält Mathias Schmitz einen Sitz im Schenefelder Rat.

Grüne: Christine Bahruth verzichtet auf ihren Sitz in der Versammlung. Davon profitiert der Fraktionschef.

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18. Mai 2018, 14:36 Uhr

Schenefeld | Aus der Kommunalwahl ging in Schenefeld ein klarer Sieger hervor: die Grünen. Doch mit der Freude über acht Sitze im Stadtrat und einem Ergebnis von 28,3 Prozent folgten Unsicherheiten. Wie berichtet, holte ausgerechnet Fraktionschef Mathias Schmitz kein Direktmandat und musste um seinen Ratsposten fürchten. Als dann auch noch bei der Auslosung Michael Schulz (Grüne) gezogen wurde, war klar, dass Schmitz aus der Versammlung raus ist. 

Baruth holte 93 Stimmen von 340 Stimmen aus ihrem Wahlkreis

Doch nun die Wende: Während der Fraktionssitzung der Grünen entschied Christine Bahruth, ihr Mandat in der Ratsversammlung nicht anzunehmen. Dies teilte die Fraktion in einer Pressemitteilung mit. „Ich bin sehr glücklich und stolz, dass mir so viele Wähler in meinem Wahlkreis das Vertrauen geschenkt haben und mich gewählt haben. Dass ich jedoch das Direktmandat gewinne, kam für mich völlig überraschend, so wie es für uns alle unerwartet kam, dass die Grünen ganze acht Direktmandate erhalten haben“, sagt sie. Bei 340 gültigen Stimmen für den Wahlkreis 13 holte Baruth insgesamt 93 Stimmen.

Ihr Ziel sei es gewesen, möglichst viele Wähler in ihrem Wahlkreis für die Grünen zu mobilisieren und das Wahlergebnis der vergangenen Wahl deutlich zu verbessern. Jedoch habe sie sich ganz bewusst  dieses Mal auf der Liste der Grünen weit hinten auf Platz 16 aufstellen lassen. Der Grund für ihren Rücktritt: „Ich bin darauf gar nicht vorbereitet und habe Bedenken, mein Mandat in dieser Wahlperiode – neben Beruf und fünfköpfiger Familie – meinen eigenen Ansprüchen entsprechend ausfüllen zu können,“ so Bahruth.  „Aus diesem Grund werde ich für diese Wahlperiode mein Mandat für die Ratsversammlung abgeben.“ Dennoch werde sie aktiv in der Fraktion mitarbeiten und ihre Kraft auf den Ausschuss richten, in dem sie Mitglied wird. Sie könne sich vorstellen, in fünf Jahren erneut anzutreten.

Mathias Schmitz behält Sitz

Für Schmitz bedeutet diese Entscheidung, dass er einen Sitz in der Ratsversammlung erhält.  „Ich hätte auch so weiterhin den Fraktionsvorsitz ausfüllen und einen Ausschuss leiten können. Daher hätte ich auf keinen Fall einen Rückzug zu meinen Gunsten akzeptiert“, sagt er. Das überwältigende Wahlergebnis sehe er als Geschenk und Vertrauensbeweis an und nicht als ein persönliches Problem für ihn. Im Vorstand der Grünen bleibt  alles beim Alten: Während der Sitzung wurde Schmitz einstimmig erneut zum Vorsitzenden gewählt. Michael Behrens bleibt sein Stellvertreter.

Kommentar: Fadenscheinige Begründung

Christine Bahruth verzichtet auf ihren Sitz und Mathias Schmitz zieht in die Ratsversammlung ein. In dieser Entscheidung schwingt ein übler Beigeschmack mit. Schließlich haben die Wähler entschieden.  Und die Schenefelder haben sich für Bahruth und nicht für Schmitz entschieden. Das könnten viele Wähler der Fraktion nachtragen. Die Kommunalwahl ermöglicht es den Bürgern, den Lokalpolitiker von nebenan zu wählen. Jemanden, mit dem man vielleicht sogar Tür an Tür wohnt. Die Gründe für den Rücktritt von Bahruth klingen wenig plausibel und sogar fadenscheinig. Dass sie einen Beruf ausübt und eine fünfköpfige Familie zu Hause hat, wusste sie auch schon vor der Wahl. Dennoch kandidierte sie. Doch aus Sicht der Fraktion ist die Entscheidung nachvollziehbar. Schließlich hat Schmitz über viele Jahre viel für die Grünen geleistet und auch seinem Engagement ist das Ergebnis bei der Kommunalwahl zu verdanken. Caroline Hofmann, Reporterin

 
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