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Schenefelder Tageblatt

23. Oktober 2017 | 08:42 Uhr

Schenefeld : Malochen für die Düpenau

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Mit wenig Geld viel erreicht: Beim Bachaktionstag wurden zahlreiche Strömungslenker errichtet. 30 Helfer packen mit an.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Kies schippen und Steine im Bach verteilen: Bei milden Temperaturen haben es Helfer beim ersten Bachaktionstag geschafft, eine Strecke von 150 Metern mit Strömungslenkern zu versehen. Insgesamt 30 Bürger erschienen am unmittelbar neben dem „Stadtzentrum“ gelegenen Bachabschnitt am Düpenauwanderweg. Ihr Ziel: die Lebensbedingungen für Fische und Kleinlebewesen durch Einbau von aus Kies errichteten Strömungslenkern zu verbessern.

Die Nabu-Gruppe Schenefeld/Halstenbek hatte in Zusammenarbeit mit Vertretern der Stadt zu der Aktion aufgerufen. „Es handelt sich um den ersten Bachaktionstag in Schenefeld und sogar den ersten solchen Tag in Schleswig-Holstein“, freute sich Schenefelds Nabu-Chef Stefan Friedrich. In Hamburg seien solche Projekte bereits erfolgreich umgesetzt worden.

Die Strategie: Mithilfe von Aufschüttungen wird eine stärkere Strömung erzielt. Störende Partikelteile werden durch den schnelleren Flusslauf mitgerissen. Die Konstruktionen helfen, ein Kieslückensystem zu errichten. Die Folge: Der Lebensraum für Kleinlebewesen wie Bachflohkrebse, Steinfliegenlarven und auch Fische wird verbessert. Friedrich veranstaltet im kommenden Jahr noch drei weitere Bachaktionstage. Das Projekt sei der Startschuss für die Bachpatenschaft, die der Nabu übernommen habe.

Auf lange Sicht plant Friedrich, die gesamte Düpenau auf Schenefelder Gebiet zu renaturieren: „Schaffen wir es, den Fluss in einen förderungsfähigen Zustand zu bringen, können wir von EU- Geldern profitieren.“

Der Nabu orientiert sich mit seinem Beitrag an der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Demnach gilt es, bei allen Flüssen Durchgängigkeit und Qualität zu verbessern. „Auf lange Sicht muss mit schwererem Gerät wie Bagger gearbeitet werden, um die Düpenau naturnah zu gestalten“, so Friedrich. Seine Gruppe ist auf der Suche nach Sponsoren. Von 10 bis 16 Uhr schufteten die Helfer, schoben Karren voller Kies und schaufelten Steine in den Bach.

„Es ist uns gelungen, mit wenig Geld viel zu erreichen“, lobte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof, die selbst mit anpackte. Ähnlich äußerten sich Gaby Nagel und Astrid Heidenreich: „Wir freuen uns, die Renaturierung voranzubringen.“ Die Bürgermeisterin zeigte sich dankbar, „so eine engagierte Nabu-Gruppe“ zu haben.

Bereits während der Woche hatten Mitarbeiter des Bauhofs mit Lastwagen 13 Tonnen Kies im Wert von 550 Euro zur Düpenau gefahren. Die Stadt übernahm Kosten für Kies und Einsatz der Bauhofbeschäftigten. Bei mehreren Arbeitsstunden stießen Mitwirkende auf Fundstücke wie Fahrradkörbe,-Schlösser und sogar eine Geldbörse mit etwa 20 Plastikkarten. „Die Börse muss sich fünf Jahre im Fluss befunden haben und wurde hier vermutlich von einem Dieb entsorgt“, erläuterte Günter Diehl, stellvertretender Nabu-Vorsitzender in Schenefeld.

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