Auf Einladung von Schenefeld : Luninez-Kinder atmen wieder durch

Über die vielen Geschenke freuten sich die Kinder aus Luninez ebenso wie über den herzlichen Empfang im Juks.
Über die vielen Geschenke freuten sich die Kinder aus Luninez ebenso wie über den herzlichen Empfang im Juks.

30 Mädchen und Jungen aus der Ukraine erholen sich in St. Peter-Ording.

shz.de von
02. August 2018, 12:30 Uhr

Schenefeld/St. Peter-Ording | Was die Atom-Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 ausgelöst hat, lässt sich bis heute an den schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, Krankheiten und Todesfällen von Menschen aus dieser Region in der Ukraine ablesen. Die gesamte Umgebung des Reaktors wurde damals hochgradig kontaminiert, so dass mehr als 100 000 Menschen evakuiert werden mussten. Sechs Jahre nach dem Atom-Unfall – im Jahr 1992 – kamen erstmals Kinder aus Luninez, das etwa 200 Kilometer von Tschernobyl entfernt liegt, nach Schenefeld, um dort die Ferien zu verbringen und das angenehme Klima zu genießen. Bis heute gibt es diesen Austausch mit der Partnerstadt – mittlerweile verbringen die Mädchen und Jungen die meiste Zeit an der Nordsee in St. Peter-Ording und können gemeinsam mit ihren Betreuern durchatmen. Trotzdem schauen die Kinder samt Begleitung auch immer in Schenefeld vorbei – so auch in dieser Woche. Dort erwarteten sie diesmal außer Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (beide SPD) auch viele Unterstützer, die Geschenke im Gepäck hatten.

Spezialeinheiten messen auf einem Feld innerhalb der Sicherheitszone von Tschernobyl in der Ukraine die Radioaktivität im Mai 1986.
dpa
Spezialeinheiten messen auf einem Feld innerhalb der Sicherheitszone von Tschernobyl in der Ukraine die Radioaktivität im Mai 1986.
 

Noch bis zum 10. August werden die 30 Kinder auf Einladung der Stadt im evangelischen Jugenderholungsdorf in St. Peter-Ording sein. „Der gesundheitliche Mehrwert durch frische Luft und gutes Essen ist für die Kinder von ungeheurer Bedeutung, da die Region immer noch unter den belastenden Folgen des Tschnernobyl-Unfalls von 1986 leidet“, sagt Küchenhof. Weiterhin gebe es unter Schülern, Lehrern und Eltern Folgeerkrankungen und Todesfälle, die durch die atomare Katastrophe begründet sind. Begleitet werden die Kinder von drei Betreuern aus Luninez und von Schenefelder Seite aus von Arno Holzhauer, Erika Kassel und Thomas Stahmer.

Schenkung durch „Glücksgriff“

Nach der Beschenkung durch den Verein „Glücksgriff“, den Rotary Club, das „Stadtzentrum“, das Spielcasino und die SH-Netz AG zeigten Bürgervorsteherin und Bürgermeisterin den Kindern den Schenefelder Ratssaal und gaben einen Einblick ins Schenefelder Geschehen. Als Souvenir erhielten alle ein Schlüsselband bevor es dann zum Einlösen der Gutscheine ins „Stadtzentrum“ ging.

Für Küchenhof und Bichowski heißt es schon bald Kofferpacken. Sie gehören zu einer kleinen Delegation, die Luninez besucht. Mit dabei sind außerdem Manfred Pfitzner (BfB), Michael Behrens (Grüne), Holger Lilischkis (CDU) und Küchenhofs Büroleiter Melf Kayser.
Am Montag, 6. August, geht es los. Küchenhof ist besonders froh, dass diesmal Politiker mitfahren, die noch nie in der Region gewesen sind. „Das freut mich sehr“, sagte Küchenhof.

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