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Schenefelds Blau-Weiß 96 : Luninez-Engagement auf dem Prüfstand

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Zu hohe Fahrtkosten, gekürzte Zuschüsse und ein vierstelliges Defizit: Der Jugendaustausch des Vereins steht auf der Kippe - auch wenn ein "Glücksgriff" für Entlastung sorgt.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Freude auf der einen, unverhohlene Kritik auf der anderen Seite: Marga Gätjens, Vorsitzende von Blau-Weiß 96, nahm gestern Morgen voller Dankbarkeit einen Scheck über 1000 Euro von Glücksgriff-Chefin Ingrid Pöhland entgegen. „Es geht uns nicht um die Förderung des Sports, sondern um die Völkerverständigung und die Jugendarbeit, die Blau-Weiß in diesem Bereich leistet“, betonte Pöhland.

Völkerverständigung: Unter diesem Motto stand auch das fünfte Städtepartnerschaftsturnier, zu dem Blau-Weiß im August auch 15 Jugendliche Fußballer und drei Betreuer aus Schenefelds Partnerstadt Luninez in Weißrussland eingeladen hatte. Am Ende verbuchte der Verein ein Minus von 2000 Euro – und genau da fängt Gätjens Ärger an. „Ich kann es wirklich nicht fassen, dass wir nicht stärker finanziell unterstützt werden. Blau-Weiß ist zurzeit der einzige Schenefelder Verein, der in dieser Richtung aktiv ist“, sagte die Vereinschefin.

Rückblick: Die Stadt hatte die Unterstützung 2012 drastisch gekürzt, der Zuschuss beträgt nur noch 25 Euro pro Person, die aus Luninez nach Schenefeld kommt. Vorher waren es 75 Euro. Laut Gätjens lagen allein die Fahrtkosten für die Luninez-Delegation bei 3000 Euro. Blau-Weiß hatte bereits im April einen Sonderzuschuss in Höhe von 2000 Euro beantragt. Die Politik lehnte ab. Grund: keine Extrawurst für die Spielvereinigung. Alle Vereine sollen gleich behandelt werden.

Durch den Glücksgriff-Scheck schmilzt das Defizit auf 1000 Euro. Doch Blau-Weiß geht es ums Grundsätzliche. „Es ist unseren Mitgliedern nur schwer zu vermitteln, dass das Defizit mit ihren Beiträgen ausgeglichen werden muss“, sagte Geschäftsführer Frank Böhrens.

Keine Frage: Das Blau-Weiß-Engagement steht nach den jüngsten Erfahrungen auf dem Prüfstand. „Wir haben zurzeit keine verlässliche Finanzierung der Jugendaustausch-Aktionen mit Luninez. Die Fahrtkosten sind zu hoch, die Spenden nicht sicher und die Zuschüsse der Stadt wurden gekürzt“, fasste Gätjens die Lage zusammen. Sie spricht ganz offen von einer „kritischen Situation“ für die Fortsetzung der Städtepartnerschafts-Aktionen. Aufgeben ist ihre Sache aber nicht. „Wir werden darum kämpfen, dass es auch in Zukunft weiter geht.“

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