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Schenefelder Tageblatt

20. Oktober 2017 | 18:30 Uhr

Leidenschaft als Motor für Kunst

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Serie Kreiskulturpreisträgerin und Dozentin Brigitta Höppner ist passionierte Malerin und liebt es, öffentliche Räume zu gestalten

Ein sich auf einer Länge von 150 Meter erstreckender Bambuswald. Die jeweiligen Bambusstangen sind fünfzehn Meter hoch. Es ist ein besonderes Kunstobjekt, das Brigitta Höppner erst Ende des vergangenen Jahres im Klinikum Stuttgart fertig stellte. „Kunst ist auf jeden Fall ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens“, erläutert die Schenefelderin.

Es habe sie schon immer erfüllt, zu malen und zu zeichnen. „Leidenschaft ist für den Beruf des Künstlers von Bedeutung“, stelle in gewisser Weise „den Motor“ dar. Betrachter, die einen Blick auf das Bambusgebäude werfen, erschließt sich die Aussage sofort. Fünfzehn kleine fliegende und krabbelnde Marienkäfer sind als positiv besetzte Glücksbringer vor der Kinderherzstation im Olgahospital Stuttgart auf den Bambusstangen verteilt worden. Die Kinder haben dort auf diese Weise etwas zu entdecken. Es handelt sich bei dem von der Olgäle-Stiftung für das kranke Kind in Auftrag gegebenen Vorhaben um ein Kunstprojekt im XL-Format. Dem Großauftrag voraus ging ein Wettbewerb. Ziel war es, eine aus tristen Beton-Stützpfeilern bestehende Wand zu gestalten. „Es musste ein Bild sein, das im Detail, in der Verzerrung als auch in der Verkürzung funktioniert“, sagte Höppner. Sie habe sich für das Material Bambus entschieden. Denn bei der Farbe grün handele es sich mitunter um eine wichtige Farbe für den Heilungsprozess. Das aus fünf Schichten bestehende Kunstwerk wirkt sowohl als Wandbild wie auch im Detail. Bestimmte Ausschnitte sind vom jeweiligen Patientenzimmer aus zu erkennen. Die hellgrüne Farbe wird reflektiert und erzeugt ein positiv wirkendes, freundliches Licht.

Höppner ist Kreiskulturpreisträgerin und verwirklichte bereits diverse Kunst-An-Bau-Projekte auf Bundesebene. Was den Kreis Pinneberg betrifft, kreierte die Schenefelderin derartige Vorhaben beispielsweise an der Sporthalle des Gymnasiums Schenefeld sowie an dem am Wurmkamp gelegenen Hort. Die Aufgabenstellung der Stadt lautete, funktionale Kunst zu schaffen. Sie sollte der kindlichen Wahrnehmung und dem Spieltrieb Rechnung tragen. Höppner setzte dies um, indem sie an der Rückseite des Hortes ein drehbares Augenpaar aus pulverbeschichteten Aluminiumplatten anbrachte, das zugleich als Spielgerät dient.

Die Malerei nimmt einen weiteren bedeutenden Stellenwert im Schaffen der Künstlerin ein. Eines ihrer Hauptthemen ist die Auflösung von Räumlichkeiten. Höppners leuchtende Bilder erfassen Schwebezustände, in denen Dinge in Bewegung geraten, ihre bisherige Gestalt aufgeben und von klar umrissener Gewissheit zu schwer greifbarer Abstraktion mutieren. Ihre vielseitige Farbpalette erstreckt sich von kraftvoll leuchtenden Tönen bis hin zu hauchartigen, pastellfarbenen Verwischungen. Mit dem Thema der Wahrnehmung des Raums mittels Geschwindigkeit beschäftigt sie sich seit Jahren: Die Künstlerin setzt es in ihren flächig und strahlend verlaufenden Streifenbildern um. Linien bündeln hier Bewegung, um sodann wieder abzureißen.

Brigitta Höppner malt und zeichnet, seitdem sie sich erinnern kann. Sie hatte zuerst ein Atelier auf dem einzigen, in Waldenau existierenden Hochhaus. Seit 2005 befinden sich ihre Atelierräume in der alten Schenefelder Leimfabrik. Die gebürtige Halstenbekerin ist seit 2013 Mitglied bei der Künstlergruppe „Feine Menschen“, die Pinneberg zum weltweit ersten Kunstkurort erklärten. Sie stellte ihre Werke bei Kunstkreis-Ausstellungen aus, später in London, Amsterdam, Schweden und den USA. Höppner ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Schleswig-Holstein und Hamburg. Sie unterrichtete als Lehrbeauftragte an der Universität of Massachusetts Boston und von 2009 an als Dozentin für Hochbegabte der Stiftung der Sparkasse Süd-Holstein.

Nächste Woche stellen wir Jan Hoffmann, einen Musiker des Schenefelder Musiclands, vor.

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