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Schenefelder Tageblatt

21. Oktober 2017 | 09:06 Uhr

Schenefeld : Lebenshilfe: Der Millionen-Plan

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

An der Blankeneser Chaussee könnten Betreuungsplätze für 64 behinderte Menschen entstehen. Die Investition liegt bei 7,4 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Verabschiedet sich die Lebenshilfe Schenefeld von der Philosophie der Betreuung von behinderten Menschen in kleinen Einheiten? Die Pläne für den Bau eines großen, zentralen Wohngruppenhauses liegen auf dem Tisch. Es könnte auf dem Lebenshilfe-Areal an der Blankeneser Chaussee 138 entstehen. 64 Plätze aufgeteilt auf acht Gruppen sind vorgesehen.

„Die Banken haben zugestimmt“, sagt Lebenshilfe-Chefin Christine Heins. Auch die zuständige Sozialbehörde des Kreises hat laut Heins das grundsätzliche Einverständnis erklärt – für 40 Betreuungsplätze, wie die Lebenshilfe sie zurzeit in ihren elf kleineren Wohneinheiten anbietet. Die Investitionskosten für den Neubau liegen bei 7,2 Millionen Euro. Ein Investor würde das Gebäudeensemble hochziehen, die Lebenshilfe dann langfristig anmieten. Für eine abgespeckte Variante mit 32 Betreuungsplätzen – nur ein Gebäuderiegel – würden die Kosten bei 4,9 Millionen Euro liegen.

Eine große, zentrale Einheit: Wahrlich nicht die Wunschlösung der Lebenshilfe. „Die Eltern wollen keine Inklusion auf der grünen Wiese“, betont Heins. Dennoch: Wirtschaftliche Gründe könnten die Lebenshilfe dazu zwingen, auf die große Lösung zu setzen. Die Eltern wurden über die Neubaupläne bereits informiert.

Fakt ist: Die Lebenshilfe Schenefeld bleibt ein Sanierungsfall. In die kleineren Wohneinheiten müsste viel Geld gesteckt werden, um sie zu modernisieren. „In die alte Bausubstanz“, wie Heins betont. Am liebsten würde Heins die alten Gebäude nach und nach abreißen und durch Neubauten ersetzen. Dann könnte die Lebenshilfe auch weiter an ihrer bewährten Philosophie der Betreuung in kleinen Einheiten festhalten. Für diese Lösung müsste allerdings ein Investor gefunden werden.

Noch ist keine endgültige Entscheidung gefallen. Denn die Stadt Schenefeld hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Wie berichtet, hatte die Lebenshilfe zunächst geplant, in der seit April 2013 geschlossenen Gärtnerei an der Blankeneser Chaussee ein italienisches Restaurant anzusiedeln. Das ist rechtlich zurzeit aber nicht möglich. Die Politik hatte bisher eine Änderung der entsprechenden Außenbereichs-Satzung abgelehnt. Der Pizzeria-Plan bekommt aber eine zweite Chance, soll im Umweltausschuss noch einmal beraten werden. Einen Investor hatte Heins bereits gefunden. An ihn sollten die Gewächshausflächen verpachtet werden.

Grundsätzlich kann auf den Fundamenten der Gärtnerei neu gebaut werden, obwohl das 10 000 Quadratmeter große Areal im Landschaftsschutzgebiet liegt. Zehn Wohneinheiten wären zulässig. Doch die Lebenshilfe möchte nicht verkaufen, sondern das Areal selbst nutzen. Das hat für Heins zurzeit Priorität. Große, zentrale Betreuungseinheit, Wohnbebauung oder Pizzeria: An der Blankeneser Chaussee wird etwas passieren. Noch ist völlig unklar, welche Option gezogen wird.

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