Langfinger schlugen 39-mal zu

Mehr als 100 Geschäfte und Dienstleister unter einem Dach: Trotzdem sind im „Stadtzentrum“ wenig Diebe unterwegs.
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Mehr als 100 Geschäfte und Dienstleister unter einem Dach: Trotzdem sind im „Stadtzentrum“ wenig Diebe unterwegs.

Die Zahl der Ladendiebstähle im Schenefelder „Stadtzentrum“ ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen / Centermanagerin nicht besorgt

shz.de von
31. Januar 2015, 16:00 Uhr

39-mal schlugen Ladendiebe im Schenefelder „Stadtzentrum“ im vergangenen Jahr zu, das teilte Polizeisprecherin Sandra Mohr auf Anfrage dieser Zeitung mit. Damit stieg die Zahl lediglich um zwei Fälle, 2013 registrierte die Polizei 37 Ladendiebstähle in dem Einkaufszentrum. Mohr bewertet die Bilanz dennoch als „nicht problematisch“. Mehr als 100 Geschäfte und Dienstleister auf drei Etagen unter einem Dach – bei einer solchen Ladendichte sei die Anzahl der Fälle ganz normal. Auch Centermanagerin Corina Schomaker (Foto) sagt: „Diebstähle sind bei uns kein großes Problem.“

Allerdings: Die Dunkelziffer könnte etwas höher liegen. Denn nicht immer würden gestohlene Produkte bemerkt, sagt Mohr. Täter werden oft auf frischer Tat ertappt, manchmal melden Angestellte Fehlendes zeitversetzt und stellen Anzeige.

Kreisweit hielt die Polizei 2013 in ihrer Kriminalitätsstatistik 904 Fälle von Ladendiebstählen fest. Bundesweit waren es 356  152. Insgesamt summierten sich die Warenverluste durch Ladendiebe nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI im Jahr 2013 Deutschlandweit auf 2,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig steckten Einzelhandelsunternehmen etwa 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal zur Diebstahlvermeidung. So auch im „Stadtzentrum“: „Unser Wachdienst dreht regelmäßig seine Runden, das schreckt potenzielle Diebe ab“, sagt Schomaker. Zudem seien Kameras im Einsatz. Letztlich kümmere sich aber jeder Mieter selbst darum, sagt die Centermanagerin. Zu den einzelnen Maßnahmen könne sie nichts sagen.

Beliebte Klauartikel sind laut EHI erfahrungsgemäß kleine, teure Waren wie Parfums, Rasierklingen, Brillen oder Smartphones. „Täter bevorzugen alles, was schnell in der Tasche landen kann“, sagt Mohr. Neben Drogerieartikeln nennt sie allerdings auch Kleidung. Das bestätigt Schomaker. Besonders betroffen sei das Geschäft „TK Maxx“. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Ob es einen Unterschied gibt zwischen Fußgängerzone und Einkaufszentrum, ist laut Mohr kaum zu beantworten, da es in Schenefeld nicht beides gibt. „Ich glaube aber nicht, dass der Fakt, dass es sich um ein Center handelt, ein Hinderungsgrund für Diebe ist“, so Mohr.

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