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„Man gewinnt und verliert zusammen“ : Landtagswahl: Stimmen aus der Schenefelder Politik und dem Rathaus

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Bürgermeisterin und Stellvertretende Landesvorsitzende Christiane Küchenhof (SPD) bedauert das niedrige Gesamtergebnis der SPD.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 16:17 Uhr

Schenefeld | CDU, FDP und Grüne jubeln, die Stimmung bei der SPD ist im Keller: Nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein werden die Karten neu gemischt. Vieles wird an FDP und Grünen hängen. Ob Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) oder Jamaika (CDU, Grüne, FDP) – das wird sich noch zeigen. In Schenefeld haben die Wähler gegen den Landestrend entschieden. 38,5 Prozent der Erststimmen gingen an die SPD. Die SPD kommt in auf 32,8 Prozent. Ein ähnliches Bild bei den Zweitstimmen: Die SPD holt 33,2 Prozent, die Christdemokraten 27,6 Prozent.

Entsprechend zwiegespalten fiel die Reaktion vom lokalen SPD-Fraktionsvorsitzenden Niels Wieruch aus. Landesweit sei das Ergebnis zwar enttäuschend. Er freute sich aber über das gute Ergebnis vor Ort. „Auch wenn das nur eine Momentaufnahmen und nicht eins zu eins übertragbar ist: Das ist eine gute Basis für die Kommunalwahl.“ Für den Absturz der SPD gebe es mehrere Gründe, so Wieruch. In Hinblick auf Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte er: „Ob es jetzt an der Verdi-Geschichte oder dem Bunte-Interview gelegen hat, weiß ich nicht.“ Grundsätzlich lasse jedoch der Rückhalt bei den Parteien nach. „Und die müssen sich damit auseinandersetzen, dass Leute ihr Wahlverhalten kurzfristig ändern.“

Bürgermeisterin und Stellvertretende Landesvorsitzende Christiane Küchenhof (SPD) bedauert das niedrige Gesamtergebnis der SPD. Für Schenefeld hofft sie, das sie auch mit der künftigen Landesregierung – wie auch immer diese ausgestaltet sein wird – „professionell“ zusammenarbeiten kann. Davon gehe sie aber aus. „Welche Ansprechpartner wir dann vor Ort haben werden, bleibt abzuwarten.“ Sie habe jedoch auch viele parteiübergreifende Kontakte im Land und sei zuversichtlich, dass eine Zusammenarbeit gelingt, beispielsweise, wenn es um Landeszuschüsse geht, wie bei der Umsetzung des Gästehauses auf dem XFEL-Gelände. Woran das Abschneiden der SPD gelegen hat? „Eine Mitverantwortung tragen wir alle. Einzelnen Personen die Schuld zu geben: Das ist mir zu billig.“

Der CDU-Fraktions-Chef Hans-Jürgen Rüpcke bedauerte das bescheidene Unions-Ergebnis in Schenefeld, freute sich aber über das Gesamtergebnis. Dass die CDU in Schenefeld schlechter abschneide als in ländlicheren Gebieten Schleswig-Holstein, sei aber „nicht außergewöhnlich“. „Damit leben wir aber ganz gut hier.“ Von einer von CDU angeführten Landesregierung erhofft Rüpcke sich mehr finanzielle Unterstützung für die kommunalen Aufgaben wie Kita- und Krippenbetreuung, bei der Nachmittagsbetreuung sowie bei der Umsetzung der Inklusion in den Schulen. „Die Schulen wurden mit der Umsetzung der Inklusion alleingelassen. Da muss nachgearbeitet werden.“ Aus seiner Sicht hat die richtige Themensetzung in den Bereichen Bildung und Infrastruktur zum Wahlsieg der CDU geführt. „Dieser 100-Euro-Trick der SPD hat da nicht gezogen“, sagte er.

Erfreut hat der Schenefelder Grünen-Chef Mathias Schmitz reagiert. Die Szenarien für Koalitionen zeigten deutlich: „Jetzt gibt es Schenefelder Verhältnisse in Kiel: Ohne Grün geht nichts.“ In der Düpenaustadt gelinge eine konstruktive und respektvolle Zusammenarbeit zwischen den bürgerlichen Parteien und den Grünen. Das Gleiche wünscht er sich auch für das Land. Es sei nun schlicht eine rationale Abwägung, welche Koalition sinnvoll sei. Es gebe Themen, bei denen die SPD ebenso entfernt sei wie die CDU. „Auch wenn es andere Sichtweisen gibt. Da sind keine tiefen Gräben.“

„Überglücklich“ über das Wahlergebnis war Constantin von Piechowski, Vorsitzender der Schenefelder FDP. Ziel der Liberalen ist, bei der nächsten Kommunalwahl 2018 wieder in die Ratsversammlung mit Fraktionsstärke einziehen zu können. Er hofft, dass auch die FDP in Schenefeld von dem Aufwärtstrend insgesamt profitiert. „Der FDP-Zug wird schneller und schneller.“

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