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Schenefelder Tageblatt

11. Dezember 2017 | 01:44 Uhr

Lärm: Grenzwerte überschritten

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Logistikzentrum am Osterbrooksweg: Anwohner fordert sofortige Einstellung der Nutzung / Kreis setzt auf Anhörungsverfahren

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 15:01 Uhr

Jetzt also doch: Der nächtliche Lärm, der Klaus Leven und die Anwohner des Lerchenwegs um den Schlaf bringt, überschreitet die Grenzwerte für ein allgemeines Wohngebiet. Das bestätigte gestern Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Die Lärmmessung vom Oktober 2013 – der Wert war zunächst nicht auffällig – sei anhand der Betriebsbeschreibung hochgerechnet worden. Schmidt: „Die zulässigen 40 Dezibel für das benachbarte Wohngebiet werden überschritten.“ Das Urteil des Landesumweltamtes ist glasklar. Der Zustand sei rechtlich so nicht haltbar. „Die derzeitige Nutzung und Betriebsweise sei baurechtlich nicht abgedeckt“, heißt es in einem Schreiben des Landesamts an Anwohner Klaus Leven. Der hatte im vergangenen Jahr alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auf die Lärmproblematik aufmerksam zu machen (wir berichteten). Denn auf dem ehemaligen Spar- und Edeka-Gelände – dort ist ein Logistikzentrum entstanden – werden inzwischen auch die vorderen Ladeluken zum Osterbrooksweg hin genutzt. Leven: „Tag und Nacht.“ Der nächtliche Lärm sei unerträglich, an Schlaf nicht zu denken. Spar und Edeka hätten diese Rampen nicht genutzt.

Leven hat die zuständige Bauaufsichtsbehörde des Kreises dazu aufgefordert, die Gewerbenutzung mit sofortiger Wirkung einzustellen und dafür alles Notwendige „unverzüglich zu veranlassen“.

Dem Kreis liegt das Gutachten des Landesumweltamtes vor. „Es wird ein Anhörungsverfahren geben“, sagte Pressesprecher Marc Trampe. Zum laufenden Verfahren könne er aber keine Angaben machen. Fakt ist: Die Aufsichtsbehörde des Kreises könnte für den Gewerbekomplex am Osterbrooksweg Genehmigungsauflagen erteilen – zum Beispiel ein nächtliches Be- und Entladeverbot aussprechen.

Eine Schließung des Logistikzentrums in dem Gewerbegebiet scheint für den Kreis aber kein Thema zu sein. Trampe: „Im Rahmen einer Entscheidung muss die Verhältnismäßigkeit der Mittel zum Tragen kommen.“ Leven hat den Kreis aufgefordert, die Bürger des Lerchenwegs zu beteiligen, sollte der Besitzer der Immobilie, die IVG Immobilie AG, nachträglich eine Nutzungserlaubnis beantragen. Doch die Anhörung von Bürgern ist in einem solchen Verfahren laut Trampe nicht vorgesehen. „Für Gewerbegebiete gibt es klare Regularien“, betont Trampe. Diese seien Grundlage der Entscheidung. In der Vergangenheit habe es keine Beschwerden über Lärm gegeben, über die der Kreis informiert war.

Bei der IVG hat man inzwischen Kenntnis über die Messung des Umweltamtes erhalten. IVG-Sprecher Jürgen Herres betonte, dass die Nutzung des Gewerbekomplexes und damit auch der vorderen Luken zulässig sei. „Es gab früher aber eine Übereinkunft mit Edeka, die vorderen Luken nachts nicht zu nutzen, weil sich Anwohner beschwert hatten“, betont Herres. Die IVG überlege zurzeit, wie eine Lösung in dem Konflikt aussehen könnte. Herres: „Wir wollen die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich halten.“ Das werden Leven und seine Nachbarn gern hören.

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