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Er brachte Kunst nach Schenefeld : Kurt Gerntke ist mit 89 Jahren gestorben

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Die Familie, Freunde und Weggefährten trauern um Kurt Gerntke. Er ist am 13. August im Alter von 89 Jahren gestorben. Gerntke war ganz eng mit der Stadt Schenefeld verbunden. Seit April 1965 unterrichtete er an der Realschule. Von März 1969 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1988 leitete er die Schule. 1973 hob er gemeinsam mit Kollegen den Kunstkreis Schenefeld aus der Taufe. Bis zum Frühjahr 2000 – über 27 Jahre lang – war Gerntke dessen Leiter, rastloser Motor und Ideengeber. 1999 empfing er für sein kulturelles Engagement die Bundes- Verdienstmedaille. „Ich habe Herrn Gerntke als Menschen und sein unermüdliches Engagement sehr geschätzt“, sagte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof.

Die Gemeinde Schenefeld war 1972 Stadt geworden, und so sahen es Kurt Gerntke und seine Mitstreiter auch als ihre Aufgabe an, für die Bürger ein Forum für die Kunst im Westen der Metropole Hamburg zu schaffen. Mit Kunstausstellungen, Musik und Autorenlesungen fing es an. Die ersten Ausstellungen, wie zum Beispiel A.P. Weber, für die die Stadt schon damals ihren Ratssaal zur Verfügung gestellt hatte, wurden aus dem Fundus der „Griffelkunst-Vereinigung Hamburg“ zusammengestellt, deren Schenefelder Gruppe Gerntke über 50 Jahre leitete.

„Kurt Gerntke hat mit feinem Spürsinn für künstlerische Qualität, mit Kontaktfreude und viel Verhandlungsgeschick die Werke namhafter Künstler von Norddeutschland bis Österreich nach Schenefeld geholt“, sagte Gerda Freytag-Permien vom Kunstkreis Schenefeld. Aber er forderte auch die Mitglieder des Kunstkreises auf, in den juryfreien „Schenefelder Aktivitäten“ ihre eigenen künstlerischen Ausdrucksweisen zu finden und ihre Werke auszustellen. Laut Permien sind die Ausstellungen „Kunstlandschaft Europa“ in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Kunstverein und „Zorn und Trauer“ unvergessen. Erstere war 1991 eine deutschlandweite Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (AdKV). Der Kunstkreis stellte in diesem Rahmen die Wiener Fotografin Birgit Jürgenssen aus, eine Rede hielt die österreichische Botschafterin aus Bonn.

Die Ausstellung „Zorn und Trauer“ sei eine Antwort auf den Brandanschlag gegen eine türkische Familie in Mölln im November 1992 gewesen. Unterstützt vom Berufsverband der Künstler (BBK) und dem Kieler Innenministerium sandten 86 Holsteiner Künstler ihre Arbeiten ein, von denen schließlich nach sorgfältiger Auswahl 32 im Sommer 1993 im Ratssaal gezeigt werden konnten. Permien: „Die Stadt erwarb daraus das im Rathaus hängende Werk mit den arretierten Patronentaschen von Gerd Festesen.“ Der Kunstkreis war und ist sich mit seiner Führung der Verantwortung bewusst, das Erbe von Kurt Gerntke zu pflegen und fortzuführen“, sagte Permien.

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