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Schenefelder Tageblatt

19. August 2017 | 15:25 Uhr

Schenefeld : Kultur-Chaos: Die nächste Runde

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Patt-Situation im Ausschuss: Weder JUKS noch TiF erhalten den Zuschlag und die Hamburger Bühne zieht ihr Angebot zurück

Die Enttäuschung platzte aus Karin Niß einfach so heraus. „Ich bin fassungslos“, sagte das Urgestein des Theaters Schenefeld. Dann schnappte sie sich ihre Jacke und verließ schnellen Schrittes den Sitzungssaal des Rathauses. Schenefelds Kultur-Chaos – es geht schon wieder los.

Am Donnerstagabend sollte im Kulturausschuss endlich die Entscheidung fallen, wer als Nachfolger des Kulturvereins künftig die Bespielung des Forums übernimmt. Das JUKS und das Altonaer Theater mit der Reihe Theater im Forum („TiF“) hatten Angebote abgegeben. 5:5: Den Zuschlag erhielt keiner der beiden Kulturanbieter. Der politische Streit ist voll entbrannt. Für das „TiF“: CDU, BfB und OfS. Für das JUKS: SPD und Grüne. Sie haben im Rat eine Mehrheit.

Keine Entscheidung: Auch für Bürgermeisterin Christiane Küchenhof die schlechteste aller Entscheidungen. Eines wollte die Verwaltungschefin um jeden Preis verhindern: Dass das „TiF“ zum zweiten Mal von der Stadt den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt (siehe Kasten). Das hat sie nicht geschafft. Die Hamburger zogen noch gestern die Konsequenzen aus dem Kultur-Wirrwarr: Sie nahmen ihr Angebot zurück, teilten das der Bürgermeisterin schriftlich mit. „Die Verantwortlichen zeigten sich enttäuscht über das Abstimmungsergebnis“, erklärte die Verwaltungschefin. Eine seriöse Planung sei aufgrund der zeitlichen Verzögerungen nicht mehr möglich. Die Hamburger beklagten zudem mangelnden Rückhalt in der Schenefelder Politik.


Kooperations-Idee läuft ins Leere


Küchenhof bedauerte den Rückzug der Hamburger Bühne. Sie war es gewesen, die im Januar 2013 die TiF-Rückholaktion gestartet hatte, nachdem der Kulturverein den Vertrag mit der Stadt nicht mehr verlängert hatte.

Die Verwaltungschefin hatte noch am Donnerstagabend versucht, auf den letzten Drücker eine Brücke zu bauen. Tenor: eine Kooperation zwischen „TiF“ und JUKS, so wie früher zwischen Kulturverein und „TiF“. Doch über diese Brücke wollte niemand gehen. Über den Vorschlag wurde nicht einmal diskutiert. JUKS oder „TiF“ – die Kultur-Fronten blieben verhärtet.

Die „TiF“-Befürworter: Die CDU fordert, dass sich das JUKS auf die Jugendarbeit konzentriert. Ein zusätzliches Kultur-Engagement gehe zu Lasten dieser Arbeit. Die OfS sieht mehr Professionalität beim Altonaer Theater und strebt eine langfristige Zusammenarbeit an. Die BfB vertraut auf die Erfahrung des Altonaer Theaters – und hat wenig Vertrauen ins JUKS.

Die JUKS-Befürworter: Die SPD sieht im Angebot des JUKS die größere Bandbreite, vor allem bei den Produktionen, die nicht auch in Hamburg gezeigt werden. Die Grünen setzen auf das Jugendtheater, das vom JUKS angeboten werden soll. Über Geld – das JUKS verlangt 14 000 Euro, das „TiF“ 23 000 Euro Zuschuss pro Jahr von der Stadt – wurde gar nicht gesprochen.

 

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erstellt am 11.Jan.2014 | 15:50 Uhr

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