Schutzgebiet : Kritik an Wohnwagen

Heinz Grabert von der Bürgerinitiative Wohnqualität im Grünen verfügt über einen Lageplan der Flurstücke im Gebiet Holmer Sandberge: „Die Zustände sind unhaltbar“, sagt er.
Heinz Grabert von der Bürgerinitiative Wohnqualität im Grünen verfügt über einen Lageplan der Flurstücke im Gebiet Holmer Sandberge: „Die Zustände sind unhaltbar“, sagt er.

Bürgerinitiative beklagt „unhaltbare Zustände“.

shz.de von
14. März 2017, 16:30 Uhr

Schenefeld | Wohnwagen, Hütten Unterstände und alte Fahrzeuge finden sich auf den grünen Flächen Holmer Sandberge und Moorbereiche in Schenefeld. Alles ungenehmigt, so Heinz Grabert von der Bürgerinitiative Wohnqualität im Grünen (BIWiG). Das Gebiet liegt innerhalb der Randzone des Landschaftsschutzgebietes. „Die Zustände sind unhaltbar“, betont Grabert. Es geht konkret um die von der Blankeneser Chaussee und der Straße Holtkamp in Ost-West-Richtung liegenden Flächen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben auf diesem Areal „gravierende Verstöße gegen die Schutzbestimmungen der LSG-Kreisverordnung“ festgestellt. So heißt es dann auch auf der Verwaltungs-Web-Seite konkret: Pferdeunterställe, Ställe, Scheunen, Pavillons – was immer im Außenbereich gebaut werden soll, muss genehmigt werden. Außenbereich bedeutet, einfach ausgedrückt, jede Fläche außerhalb von „im Zusammenhang bebauen Ortsteilen“.

Die dort an zahlreichen Stellen aufgerichteten Schuppen, Hütten, Unterstände, Boote, etc. gehören dort nicht hin. Dort ungenehmigt abgestellte Bauten und Gegenstände führten vielmehr den Landschaftsschutz ad absurdum. Die Situation rund um die unterschiedlichen Eigentümer gehörenden Flurstücke sei in den vergangenen Jahren geradezu eskaliert. Grabert und die weiteren Mitglieder der BIWiG kritisieren, die Verantwortlichen hätten diesen Vorgängen schon vor Jahren Einhalt gebieten müssen.

Beschwerde an Kreisverwaltung

Die Bürgerinitiative hat nun ein Schreiben an die Kreisverwaltung Pinneberg (Fachdienste Umwelt und Planen und Bauen) verfasst. Sie fordern die Angestellten unter Bezugnahme auf Bundes- und Naturschutzgesetz auf, wieder einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen: „Wir bitten sie, sich selbst ein Bild der Situation zu machen und die notwendigen Schritte einzuleiten“, fordert Grabert. Die Flächen sollten den Begriff „Landschaftsschutzgebiet“ schließlich auch verdienen.

Kreissprecher Oliver Carstens hält sich derzeit bedeckt: „Zu Einzelheiten aus einem laufenden Verwaltungsverfahren berichtet der Kreis grundsätzlich nicht.“ Meldungen über ungenehmigte Baulichkeiten im Außenbereich von Städten und Gemeinden seien jedoch nicht ungewöhnlich.

Die Bauaufsicht des Kreises hat es laut Carstens fast täglich mit derartigen Meldungen zu tun. Die Bearbeitung erfolge zurzeit eher mittel- bis langfristig und richte sich nach einer bestimmten Prioritätenliste. Zum Verfahren gehört standardmäßig die Prüfung, ob sich die jeweilige „Baulichkeit“ noch nachträglich genehmigen lasse. Dies sei jedoch bei solchen Freizeit-Objekten in der Regel nicht der Fall. „Sie müssen beseitigt werden“, bilanziert der Kreissprecher. Grundgedanke des Baugesetzbuches ist es, den Außenbereich einer Stadt oder Gemeinde grundsätzlich von Bebauung freizuhalten.

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