Krippen: Vorerst keine neue Gruppe

Platz 2: Monika Stehr
Platz 2: Monika Stehr

Neue ASB-Kita hat zu wenig Personal

shz.de von
08. September 2018, 16:49 Uhr

Der Start der dritten Krippengruppe der ehemaligen Awo-Kita in der Lindenallee in Schenefeld verzögert sich. Das teilte Kathrin Steinbügl, Fachdienstleiterin Soziales, der Politik am Donnerstagabend mit.

Nachdem die Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Trägerschaft gekündigt hatte, musste die Stadt handeln. Mit dem Arbeiter Samariter Bund (ASB) fand sich ein neuer Träger. Die Betreuung der Kinder, die älter als drei Jahre sind, läuft bereits. Außerdem gibt es zwei Krippengruppen. Eine weitere sollte 1. Oktober starten. Allerdings wird daraus nichts. „Das kriegen wir aus personellen Gründen nicht hin“, sagte Steinbügl. Grund sei der Fachkräftemangel. Der Start einer weiteren Gruppe, die für den 1.  Januar geplant war, sei davon aber unberührt.

In der ASB-Kita sollen insgesamt 20 weitere Krippenplätze entstehen. Aktuell hat die Stadt laut Verwaltung insgesamt 100  Krippenplätze im Angebot. Dem gegenüber steht die Zahl der Betreuungsscheine, die den Bedarf widerspiegeln: 136. Der Überhang kann laut Steinbügl dadurch ausgeglichen werden, dass ein Teil der Eltern eine Tagespflege in Anspruch nimmt. Der Rest habe einen Kostenausgleich erhalten. Dieser werde gezahlt, wenn es in der Kommune zu wenig Plätze gibt, die Zeiten nicht passen – oder eine besondere pädagogische Ausrichtung gewünscht wird und die Kinder weiter weg betreut werden. Bevor die Kita Biene Sonnenstrahl gebaut wurde, sei dies beispielsweise die Waldorf-Pädagogik gewesen, erläuterte Steinbügl gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Elementarbereich stehen derzeit 484 Plätze zur Verfügung. Dem steht ein Wunsch nach 506 Plätzen gegenüber. Dies sei durch Überbelegung oder Unterbringung in anderen Kommunen aufgefangen worden, machte Steinbügl deutlich.

Die Verwaltung rechnet in den kommenden Jahren mit einem stetigen Anstieg des Bedarfs, da der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr von den Eltern zunehmend eingefordert wird. Auch im Elementarbereich geht die Verwaltung davon aus, dass zusätzliche Plätze benötigt werden, da allein durch die zunehmende Zahl an zu betreuenden Flüchtlingskindern ein weiterer Platzbedarf entstehen wird. Nicht zu unterschätzen ist aus Sicht der Verwaltung auch, wie sich der Generationswechsel im Wohnungsmarkt fortsetzen wird, da Schenefeld durch die direkte Randlage zur Metropolregion Hamburg ein attraktiver Wohnort für junge Familien sei.

Dass die Stadt mehr Krippenplätze braucht, war Konsens in der Politik. Die Ausschussvorsitzende Monika Stehr (SPD) sprach sich dafür aus, vorerst 70 000 Euro Planungskosten in den Haushalt 2019 aufzunehmen. Zum einen sei die Frage, ob ein Neubau notwendig wird. Zum anderen könnten über Um- und Anbau – beispielsweise an der Kita Biene Sonnenstrahl – mehr Platz geschaffen werden. „Ob wir das Geld nun brauchen oder nicht. Dann haben wir aber schon einen kleinen Schritt gemacht“, sagte Stehr. Die Entscheidung dafür fiel einstimmig und geht nun weiter an den Bauausschuss.




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