Schenefeld : Konzepte zur Gestaltung des Ortskerns

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD, v. l.), Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann, Frank Schleglmilch vom Planungsbüro BPW und Günter Leimert, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt, hoffen auf aktive Bürgerbeteiligung bei der Neugestaltung des Ortskerns.
Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD, v. l.), Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann, Frank Schleglmilch vom Planungsbüro BPW und Günter Leimert, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt, hoffen auf aktive Bürgerbeteiligung bei der Neugestaltung des Ortskerns.

Bremer Planungsbüro BPW nimmt seine Arbeit auf. „Wir sind nicht hier, um zu loben.“

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12. Juni 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | „Viele Innenstädte haben das Problem, dass Einkaufszentren der Innenstadt Konkurrenz machen. Hier haben wir einen Sonderfall. Das Einkaufszentrum ist die Innenstadt“, sagte Frank Schlegelmilch vom Stadtplanungsbüro BPW gestern.

Mit seiner Vorstellung gaben Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD), Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann und Günter Leimert, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt, offiziell den Startschuss für neue Konzepte zur Gestaltung des Ortskerns.

180.000  Euro stehen für die Analyse des Innenstadtbereichs und ein entsprechendes Entwicklungskonzept, eine Einzelhandelsstudie und eine Verkehrsuntersuchung – beides muss die Politik noch diskutieren – bereit. 120.000 Euro fließen im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Stadt- und Ortsteilzentren“ vom Land. Ein Drittel steuert Schenefeld selbst bei. „Wir können das Geld investieren, müssen es aber nicht komplett ausgeben“, stellte Dallmann klar. Die Untersuchungen seien notwendig, um möglicherweise Fördergelder für die Neugestaltung des Ortskerns zu erhalten.

Stadtplaner sollen Missstände aufdecken

„Wenn Sie einen funktionierenden Ortskern haben, dann fließen keine Fördergelder“, erläuterte Schleglmilch, der seine Aufgabe klar definierte: „Wir sind nicht hier, um zu loben, sondern städtebauliche Missstände aufzudecken.“ Ein Jahr hat das Planungsbüro dafür Zeit. Dann soll der 60- bis 70-seitige Abschlussbericht fertig sein. Unter Beteiligung der Bürger. Am 24. Juni sollen die ersten Workshops zu den Themen „Verkehr“, „Wohnen“, „Soziales“ sowie „Gewerbe und Einzelhandel“ stattfinden. Eingeladen wurden Vereine wie der Mieterverein, die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit und der Seniorenbeirat. Am Mittwoch, 14. Juli, findet um 19 Uhr die öffentliche Auftaktveranstaltung im Ratssaal statt. Bei dieser können alle Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen.

„Ich würde mir wünschen, dass wir viele Teilnehmer haben. Es geht schließlich um den Stadtkern der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Küchenhof. Die zweite Bürgerwerkstatt wurde bereits auf den 23. September terminiert. „Dann werden wir schon erste Ideen und Anregungen vorlegen“, erläuterte Schleglmilch. Dennoch sei das komplette Verfahren bis zum Abschluss offen. Für die Jugendlichen gibt es einen gesonderten Termin.

Konzeptumsetzung dauert 10 bis 15 Jahre

„Für uns ist wichtig, was sich die junge Generation wünscht und wie diese den öffentlichen Raum wahrnimmt“, sagte der Stadtplaner. Küchenhof hakte ein: „Wir planen schließlich genau für sie.“ Denn bis ein mögliches Konzept umgesetzt wird, würden zehn bis 15 Jahre vergehen. „Uns ist daher eine breite Zustimmung aus der Politik wichtig, damit nicht nach einer Legislaturperiode alles umgeworfen wird“, so Schleglmilch.

Die Gefahr Luftschlösser oder einen Papiertiger zu entwickeln, sehe er nicht. Die Ideen würden ständig mit dem Innenministerium abgestimmt, das die Umsetzung fördern soll.

Schleglmilchs erste Eindrücke von Schenefeld: „Die Einzelräume sind nicht gut miteinander vernetzt. Es gibt nur das Stadtzentrum, das wie ein Raumschiff hier gelandet ist.“

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