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Schenefeld und Halstenbek : Knöllchen-Kooperation startet

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Vertrag unterzeichnet: Schenefeld unterstützt Halstenbek beim Kampf gegen Falschparker.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Die ersten Beschwerden von erbosten Bürgern gingen im Halstenbeker Rathaus bereits ein. Doch das schreckt Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann nicht. Halstenbek ist die nächste Kommune im Kreis Pinneberg, die in Eigenregie gegen Falschparker vorgeht – und sie zur Kasse bittet. Den immer wieder erhobenen Abzocke-Vorwurf lässt Hoß-Rickmann nicht gelten: „Es geht um einen erzieherischen Effekt, nicht darum, zusätzliche Einnahmen zu erzielen.“ Brennpunkte in Halstenbek seien der Bahnhof Krupunder, die Wohnmeile und der Ortskern.

Halstenbek nimmt den Kampf gegen Falschparker nicht allein auf. Gestern Morgen wurde der Kooperationsvertrag mit der Stadt Schenefeld unterschrieben. Die Nachbarstadt hat Erfahrung, überwacht den Parkraum bereits seit April 2010. Laut Bürgermeisterin Christiane Küchenhof sei es gelungen, viele Parksünder zu disziplinieren. „Die Situation in der Stadt hat sich verbessert. Die Fallzahlen gehen nach unten“, betont die Verwaltungschefin. Wurden 2010 noch 4800 Knöllchen verteilt, waren es 2013 nur noch 3700. Beschwerden und Gemecker gibt es noch. Und auch die beiden Mitarbeiter vom Ordnungsamt werden häufiger verbal attackiert.

Schenefeld und Halstenbek: Das ist die erste Knöllchen-Kooperation im Kreis. Zum 1. Oktober wird in Schenefeld eine neue Halbtagskraft (20 Stunden) angestellt. Die Kosten in Höhe von 20.000 Euro trägt Halstenbek. Die drei Ordnungsamtsmitarbeiter sind dann für beide Kommunen zuständig. Die komplette administrative Abwicklung übernehmen die Kollegen im Schenefelder Rathaus. 60 Prozent der Einnahmen fließen nach Halstenbek, 40 Prozent nach Schenefeld.

„Unser Ziel ist es, eine schwarze Null zu schreiben“, betont Halstenbeks Büroleier Uwe Grünefeldt. Er rechnet im ersten Jahr mit 1000 Verstößen, die geahndet werden. Also doch kein Gewinn?

In Schenefeld sieht das ein bisschen anders aus. Bürochef Melf Kayser geht von Fixkosten in Höhe von 40.000 bis 50.000 Euro im Jahr aus. Die Einnahmen liegen deutlich darüber. Im Rekordjahr 2011 waren es 121.800 Euro (5700 Verstöße). Bis zum 1. September dieses Jahres waren es 47.000 Euro. Die Kooperation mit Halstenbek soll laut Kayser kostenneutral für Schenefeld verlaufen.

Gemeinsame Einsätze bei größeren Veranstaltungen. Mehr Flexibilität. Vertretung bei Urlaub und Krankheit. Nur eine Bearbeitungsstelle: Für Hoß-Rickmann und Küchenhof liegen die Vorteile für beide Kommunen klar auf der Hand.

Anfangs wurde in Halstenbek – vor allem in Wohngebieten – auch eine „Freundlichkeitsoffensive“ mit Hinweiszetteln gefahren. Jetzt stellt Halstenbek die Parkraumüberwachung scharf.

Zuständig für die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist der Kreis Pinneberg. Immer mehr Kommunen lassen sich vom Kieler Innenministerium diese Aufgabe übertragen. Die „Knöllchen-Polizei“ gibt es auch in Wedel, Pinneberg, Quickborn und Tornesch. Die Stadt Schenefeld startete im April 2010. 4800 registrierte Verstöße brachten 81.700 Euro. 2011 waren es 121.800 Euro (5700 Verstöße), 2012 waren es 74.600 Euro (3700 Verstöße) und 2013 waren es 73.000 Euro ( 3700 Verstöße).
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