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Schenefelder Tageblatt

20. August 2017 | 19:10 Uhr

Schenefeld : Kita-Fiasko: Stadt rettet Bau

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Wenn Politik und Bank zustimmen, übernimmt die Stadt Schenefeld den Weiterbau der Waldorf-Kita an der Lindenallee. Denn: Das Förderzentrum Friedrichshulde ist aus dem Projekt als Bauherr ausgestiegen.

Durchbruch in Schenefelds Kita-Fiasko: Die Stadt wird das Bauvorhaben an der Lindenallee jetzt doch zu Ende führen. Das steht seit gestern Nachmittag fest. Das Förderzentrum Friedrichshulde zieht sich als Bauherr aus dem Millionen-Projekt zurück. Das ist das Ergebnis eines zweistündigen Gesprächs im Rathaus zwischen Vertretern der Stadt und des Förderzentrums. „Wir haben gemeinsam einen Lösungsweg gefunden“, bestätigte Schenefelds Büroleiter Melf Kayser.

Die Stadt wird zum Retter für den Waldorf-Kindergarten, dem aus finanziellen Gründen das Aus drohte. Wie berichtet, werden Fördergelder in Höhe von 332 000 Euro nicht ausbezahlt, weil es dem Förderzentrum nicht gelang, den Bau fristgerecht fertigzustellen. Seit einem Jahr steht an der Lindenallee eine Bauruine. Seit zwölf Monaten hat kein Handwerker die Baustelle betreten. Der Kreis hatte gravierende Fehler im Ausschreibeverfahren moniert, die bis heute nicht ausgeräumt sind. „Die Stadt wird Bauherr und Eigentümer. Sie wird in Zukunft alle Entscheidungen treffen“, sagte Kayser.

Im Gespräch mit dem Förderzentrum konnte der entscheidende Knackpunkt ausgeräumt werden. Die Stadt wird in den Erbbaupachtvertrag einsteigen und das Grundstück übernehmen. Das hatte Förderzentrums-Geschäftsführerin Sabine Birkhoff noch vor wenigen Tagen strikt abgelehnt.

Laut Kayser wird die Stadt dem Förderzentrum den Rohbau abkaufen. Ein Sachverständiger soll den Wert ermitteln. Die Stadt wird den Darlehensvertrag des Förderzentrums nicht übernehmen. Dieser soll aufgelöst werden. Kayser: „Wir wollen mit der Bank über einen neuen Vertrag verhandeln, der mit der Stadt geschlossen wird.“ Kayser betonte, dass die Zustimmung der Bank zu diesem Vorgehen obligatorisch sei. Auch die Politik muss dieser Lösung zustimmen. Die Entscheidung soll am 14. November fallen. Kayser macht keinen Hehl daraus, dass auf die Stadt eine hohe finanzielle Belastung zukommen wird. Schenefeld muss die verlorenen Fördergelder ausgleichen, zudem sollen sich die Baukosten um zirka 200 000 Euro erhöht haben. Die Kita mit 20 Krippen- und 15 Elementarplätzen wird zirka 1,3 Millionen Euro kosten. „Wir brauchen die Plätze“, sagte Kayser. Birkhoff war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Gegenseitige Vorwürfe

Auf der Baustelle passiert weiter nichts. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Förderzentrum funktioniert nicht. Die Stadt wirft der Geschäftsführerin des Förderzentrums, Sabine Birkhoff, vor, entscheidende Aufgaben nicht zu erfüllen, die Ratschläge der Stadt nicht zu befolgen. Der Kreis äußert schon im Februar in einem Brief an das Förderzentrum Friedrichshulde die Befürchtung, dass der Bauherr mit dem Bauvorhaben überfordert ist. Birkhoff sieht die Schuldigen dagegen bei der Stadt und beim Kreis, spricht von unnötigen zeitlichen Verzögerungen. Das Schwarze-Peter-Spiel ist in vollem Gange.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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