Bildungsgutscheine : Kein Kind ohne Sport

Frank Böhrens, Geschäftsführer von Blau-Weiß 96, möchte noch mehr Kinder aus sozial schwachen  Familien erreichen.
Frank Böhrens, Geschäftsführer von Blau-Weiß 96, möchte noch mehr Kinder aus sozial schwachen Familien erreichen.

Blau-Weiß Schenefeld engagiert sich für Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Umfeld. Bereits 60 Familien nutzen das Angebot. Tendenz steigend.

shz.de von
03. September 2013, 12:00 Uhr

Immer mehr Familien nutzen die Bildungsgutscheine aus dem Teilhabepaket der Bundesregierung, um ihren Kindern das Sporttreiben im Verein zu ermöglichen. Das bestätigte Frank Böhrens, Geschäftsführer der Spielvereinigung Blau-Weiß 96. 50 Familien aus dem Kreis Pinneberg und zehn aus Hamburg werden bei dem Schenefelder Verein betreut – Tendenz steigend. „Die Belastung für die Geschäftsstelle ist enorm“, betont Böhrens. Der Verein müsse mit dem Jobcenter im Kreis Pinneberg und mit den Behörden in Hamburg kommunizieren. Einheitliche Vorgaben und Formulare gebe es nicht.

Zehn Euro übeweist das Jobcenter im Monat an den Verein. Doch das Geld reicht nicht aus, um den Jungen und Mädchen die Mitgliedschaft im Verein zu ermöglichen. „Die Differenz zahlt der Verein“, betont Böhrens.

Blau-Weiß sorgt seit Jahren dafür, dass Kinder aus sozial schwachen Familien nicht ausgegrenzt, sondern integriert werden. 2006 wurde ein Sozialfonds eingerichtet. Aus dem Topf werden Eltern finanziell unterstützt, die es sich nicht leisten können, einen monatlichen Mitgliedsbeitrag für einen Verein zu bezahlen. „Es geht auch um Trikots, um Ausflüge und ums Trainingslager. Die Kinder bekommen gar nicht mit, dass sie vom Verein unterstützt werden.“ Zurzeit gibt es bei Blau-Weiß zehn private Patenschaften. Mehr als 90 Kinder haben bisher von dem Sozialfonds profitiert.

Der Sportverein hat in den vergangenen Jahren eng mit den Kindergärten, Schulen und Ärzten in der Stadt zusammengearbeitet, um sozial schwächere Familien gezielt in den Verein holen zu können. „In diesem Bereich ist Blau-Weiß landesweit in einer Vorreiterrolle“, sagt Böhrens.

Das Engagement der Spielvereinigung wurde zuletzt im Oktober 2012 mit einem Förderpreis honoriert. Die Sportjugend Schleswig-Holstein zeichnete den Verein mit 1500 Euro für die Initiative „Kein Kind ohne Sport“ aus. Für Geschäftsführer Böhrens und Vereinschefin Marga Gätjens Bestätigung und Ansporn zugleich. Mit dem Second-Hand-Laden „Glücksgriff“ und mit der Schenefelder Tafel möchte der Verein die Beziehungen vertiefen, um noch mehr Kindern den Zugang zum Sportverein zu ermöglichen.

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