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Schenefelder Tageblatt

22. August 2017 | 04:07 Uhr

Flüchtlinge : Kein Geld für Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Landesmittel gehen an den Kreis. Neue Stelle auf der Kippe?

Schenefeld | Ein Kompetenzbüro für Migration: Die Stadt Schenefeld handelt, um der weiter steigenden Zahl von Asylbewerbern gerecht zu werden. Im Rathaus wird eine neue, hauptamtliche Stelle geschaffen – mit 19,5 Stunden in der Woche. Zunächst auf drei Jahre befristet. Das hat der Sozialausschuss am Donnerstagabend beschlossen.

Alle Parteien sind sich einig, dass den Flüchtlingen geholfen werden muss, sich in Schenefeld zu integrieren. Schenefelds neuer Mitarbeiter soll ab 2015 die Hilfen koordinieren, ein Netzwerk von Freiwilligen aufbauen, die sich engagieren. Sozialamtschef Axel Hedergott geht davon aus, dass sich die Zahl der Schenefeld zugewiesenen Flüchtlinge von jetzt 49 in den kommenden Monaten auf bis zu 100 erhöhen wird.

Auch wenn sich alle einig sind, an der neuen Stelle hängt noch ein dickes Fragezeichen. Es geht ums Geld, um die Finanzierung. Das Land hat als Betreuungskostenpauschale 65 Euro pro Asylbewerber im Quartal zugesagt. Das Geld geht an den Kreis. In Schenefeld ist davon bisher kein Cent angekommen. „Diese Mittel stehen uns zu“, sagt Hedergott. Mit Verwunderung habe er zur Kenntnis nehmen müssen, dass dieses Geld an den Diakonieverein Migration fließe, mit dem der Kreis Pinneberg einen Vertrag geschlossen habe. Hedergott: „Die Stadt hat einem solchen Vertrag nie zugestimmt und hat auch keine Kenntnis über den Inhalt.“

Es geht für 2014 um immerhin 12.000 Euro, die Schenefeld laut Hedergott zustehen. Dieses Geld muss mit in die Finanzierung des neuen Migrationshelfers einfließen. Auch das hat der Sozialausschuss beschlossen.

Doch diese Bedingung wird sich nicht erfüllen. Das stellte Ludger Fischer, Geschäftsführer des Diakonievereins Migration, unmissverständlich klar. „Das Geld vom Land steht nicht den einzelnen Kommunen zu, sondern dem Kreis“, betonte Fischer. Auf 1000 Flüchtlinge käme ein Sozialpädagoge. Mehr Geld stehe nicht zur Verfügung. Fischer betonte, dass auch Asylbewerber aus Schenefeld von den Landesmitteln profitieren. „15 Flüchlinge haben Sprachkurse besucht. Asylbewerber aus Schenefeld besuchen unsere Sprechstunden in Pinneberg“, betont Fischer. Seine Mitarbeiter hätten Flüchtlinge auch in ihren Unterkünften in Schenefeld aufgesucht.

Im Kreis Pinneberg haben bisher nur Halstenbek, Quickborn und Elmshorn hauptamtliche Migrationbeauftragte. Schenefeld wollte jetzt folgen. Doch mit dem Beschluss des Sozialausschusses ist das wohl nicht möglich. Wird jetzt nachgebessert?

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erstellt am 08.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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