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„Es ist so einfach, Leben zu retten“ : Kampf gegen blutkrebs: Thies Raschke spricht über seine Stammzellenspende

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Schenefelder Thies Raschke spricht über seine Stammzellenspende. Sonnabend - Typisierungsaktion.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Der aktuelle Leukämiefall der 16-jährigen Paula Rüpcke bewegt den Kreis Pinneberg. Sie erhielt im Februar dieses Jahres die Diagnose Blutkrebs. Seitdem kämpft sie um ihr Leben. Dieses Schicksal berührt auch den gebürtigen Schenefelder Thies Raschke. Er hat dieses Jahr selbst Stammzellen gespendet und will dafür werben, sich morgen in Schenefeld typisieren zu lassen.

Raschke ist 27 Jahre alt, in Schenefeld aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mittlerweile wohnt er in Hamburg-Flottbeck und studiert Lehramt für Berufsschulen. Trotz dessen geht er immer noch seiner Leidenschaft für den Fußball nach und spielt als Verteidiger in der 1. Herrenmannschaft für den Verein Blau-Weiß 96 Schenefeld. Raschke erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er schon vor etwa zweieinhalb Jahren den Wunsch verspürte, sich bei der Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS) typisieren zu lassen und somit als potenzieller Stammzellenspender registriert zu werden. Der Auslöser war das Schicksal des leukämiekranken Simon aus Pinneberg. Vor zwei Jahren suchte der Pinneberger nach einem Spender. Obwohl eine passende Spenderin für ihn gefunden worden war, erlag er letztlich seiner Krankheit.

Es dauerte knappe zwei Jahre, bis die DKMS Raschkke nach der Typisierung kontaktierte und ihm mitteilte, dass er nun bei einem Fall als Spender in Frage kommt. „Ich habe keine Sekunde gezögert und sofort zugesagt“, erinnert er sich. Auf den Anruf folgten einige medizinische Voruntersuchungen, bei denen unter anderem das Verfahren der Spende besprochen wurde. Die DKMS entschied sich gemeinsam mit Raschke für die periphere Blutstammzellenspende.

Heute werden nach Angaben der DKMS die Stammzellen in 80 Prozent der Fälle mit Hilfe einer sogenannten Aphresemaschine aus der Blutbahn entnommen. Der Vorgang ist einer Dialyse ähnlich und verläuft laut Raschke völlig schmerzfrei. Allerdings wird laut DKMS jeder Fall individuell betrachtet und je nach dem gesundheitlichen Zustand des Patienten sind auch weiterhin Operationen notwendig, bei denen Knochenmark aus dem Becken entfernt wird. Im Fall des Schenefelders reichte aber die Entnahme von Blut. Der nächste Schritt bei Raschkes Spende war die Verabreichung des Wachstumsfaktors G-CSF, der die Stammzellen im peripheren Blut steigert. „Ich hatte daraufhin leichte Grippesymptome wie Gliederschmerzen, die allerdings schnell wieder abgeklungen sind. Ich konnte sogar ins Fußballstadion gehen“, sagt Raschke lachend.

Kurz danach war es soweit: Die Spende stand bevor. Die Frage nach eventuellen Sorgen oder Ängsten beantwortet er ganz klar mit: „Nein.“ Der Fußballer betont, dass die DKMS ihre Spender auf eine sehr sensible wie auch freundliche Art und Weise durch diese Zeit begleite und stets ansprechbar sei. Für die Spende flog der Schenefelder für drei Tage in eine größere Stadt, die an dieser Stelle aus Datenschutzgründen nicht genannt werden darf. Die dabei anfallenden Reisekosten für Flug und Hotel wurden vollständig übernommen.

Auch der Arbeitgeber wird, sofern nötig, für einen Verdienstausfall von der DKMS finanziell entschädigt. „Alles ist sehr gut organisiert“, findet der Spender. Als er im Krankenhaus ankam, wurde Raschke zunächst noch einmal gründlich durchgecheckt. Tags darauf fand er sich in einem Raum mit vielen anderen Spendern wieder. Sein einziges Problem: sich mit seinen Nachbarn auf einen Film während der vierstündigen Spende zu einigen. Sein Fazit fällt positiv aus: „Es war eines der schönsten Erlebnisse in meinem ganzen Leben. Es ist so einfach, einem Menschen zu helfen oder gar das Leben zu retten.“ Aus diesem Grund liegt ihm vor allem die bevorstehende Typisierungsaktion für Paula Rüpcke am Herzen. Er spendet mit seiner Schenefelder Fußballmannschaft die Erlöse der vergangenen Spiele an die DKMS und will mit seinen Mannschaftskollegen an der Typisierung teilnehmen, um zu motivieren. Die Aktion wird morgen von 11 bis 17 Uhr in der Feuerwehrwache in Schenefeld, Kiebitzweg 24, veranstaltet.

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