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Vandalismus : Kameras an Schenefelder Schulen abgelehnt

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

An allen Schenefelder Schulen wird noch in diesem Jahr ein neues Belohnungssystem eingeführt. Die Kosten sollen deutlich reduziert werden.

Schenefelder | Jetzt haben es die Schüler selbst in der Hand. Gehen sie in Zukunft pfleglicher mit ihrer Schuleinrichtung um, dann werden sie belohnt – und zwar mit Geld. Das von der Stadt und den Schulleitern erarbeitete Belohnungssystem wird schon zum neuen Schuljahr eingeführt. Das hat der Schulausschuss am Donnerstagabend beschlossen.

30.000 Euro musste die Stadt 2013 hinblättern, um die Vandalismusschäden an den vier Schenefelder Schulen zu beheben. Diese Summe soll deutlich reduziert werden – und das geht so: Gelingt es den Schulen, die Vandalismusschäden um 25 Prozent zu senken, dürfen sie die Hälfte des eingesparten Geldes behalten. „Wir können als Stadt nur gewinnen“, sagte Arlette Janson-Hagebölling vom Schulamt der Stadt. Das Belohnungssystem sei nicht neu. In einigen Städten habe es funktioniert, in anderen nicht.

Vandalismus: Nicht wenige Politiker zeigten sich entsetzt über das Ausmaß. Vor allem in den Sanitärbereichen wird immer wieder gewütet. Der Vorschlag aus der Politik, Kameras in den Toilettenbereichen zu installieren, um der Täter habhaft zu werden und sie zur Rechenschaft ziehen zu können, wurde aber mit großer Mehrheit abgelehnt. Kameras kommen am Schulzentrum Achter de Weiden nur im Fahrradkeller der Gemeinschaftsschule zum Einsatz. Dabei bleibt es.

14.200 Euro: Die mit Abstand größten Schäden verzeichnet die Gemeinschaftsschule. „Das hat eventuell auch etwas mit der Schülerklientel zu tun“, sagte Schulleiterin Ina Baumert. Sie spricht von einem hohen Aggressionspotenzial einiger Schüler. Auffällig laut Baumert: Vor allem auch Fünft- und Sechstklässler zerstören Schuleigentum. Baumert: „Da wird eine Tür auseinandergenommen und der Zylinder im Klo versenkt.“ Die Qualität des Vandalismus habe sich geändert. „Früher war es nicht so brutal“, sagt die Direktorin.

Schenefelds Schulamtschef Axel Hedergott betonte, dass Schenefeld in puncto Vandalismus im Vergleich zu anderen Städten nicht negativ heraussteche. „Wichtig ist, dass wir die Identifikation der Schüler mit ihrer Schule stärken. Dann wird es weniger Schäden geben.“ Ein Paradebeispiel: die mit den Schülern durchgeführten Graffiti-Projekte. Laut Schulpsychologin Maja von Lehe gab es 2013 in Schenefeld nur einen illegalen Graffiti-Vorfall. Es soll zwei weitere Graffiti-Projekte an den Schulen geben. Nicht nur die Schüler, auch die Eltern werden in die Pflicht genommen. „Es gibt eine Erziehungsverantwortung“, betonte Andrea van Rossum-Benecke (CDU).

Die Schüler belohnen: Beim Thema Vandalismus geht die Stadt neue Wege. Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen.

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erstellt am 17.Mai.2014 | 12:30 Uhr

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