zur Navigation springen

Er schraubt an der Integration : Kai Harders baut ehrenamtlich eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Schenefeld auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jetzt sucht der engagierte Bürger noch Helfer und Spenden. Harders möchte die Fahrradwerkstatt „als Selbsthilfeeinrichtung“ in Schenefeld aufbauen und etablieren.

Schenefeld | Kai Harders greift zum Besen, entfernt Spinnweben und kehrt Laub aus der Garage. Was bei oberflächlicher Betrachtung an einen Frühjahrsputz erinnert, erweist sich bei näherer Beobachtung als etwas völlig anderes. Harders engagiert sich im Flüchtlingscafé und plant, in der frisch bezogenen Garage am Rathaus eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge einzurichten.

„Es geht darum, aktive Integrationsarbeit zu leisten und geflüchteten Menschen mehr Mobilität und Unabhängigkeit zu ermöglichen“, sagt Harders. Er möchte die Fahrradwerkstatt „als Selbsthilfeeinrichtung“ in Schenefeld aufbauen und etablieren. Seine Vorkehrungen laufen auf Hochtouren. Nicht nur die von der Stadt bereitgestellte Garage wird auf Vordermann gebracht, sondern er hält auch Ausschau und fragt bei den Schenefeldern nach ausrangierten Zweirädern.

„Vom Kinder- bis zum Erwachsenenrad wird alles dringend benötigt“, betont Harders. Mit seinem Fahrrad-Anhänger ist er bereits unterwegs, um passende Räder einzusammeln. Sieben Drahtesel hat der Ehrenamtliche bereits an Flüchtlinge übergeben. Es wurde ihm zudem allein in den vergangenen vier Tagen angeboten, elf Räder abzuholen. Zusätzlich hat der ehemalige Airbus-Manager elf Fahrräder in seiner Werkstatt stehen. Aber er verfügt auch schon über eine Liste mit Anfragen von Flüchtlingen. Sie benötigten 92 Fahrräder. Die Vergabe der derzeit 20 intakten Zweiräder erfolgt nach Bemessung von Entfernungen. So ist die Distanz von der Unterkunft bis zum Rathaus ausschlaggebend für die Verteilung.

„Ich bin nicht so der große Schrauber, sondern eher der Organisator. Deshalb benötige ich dringend Hilfe beim Reparieren“, erläutert der 69-Jährige. Es könne nicht alles aus einer Hand kommen und so hoffe er auf tatkräftige Hilfe von anderen Ehrenamtlichen. Sieben Flüchtlinge sowie ein Schenefelder hätten bereits bei der Ehrenamtsmesse signalisiert, helfen zu wollen. „Bei den Fahrradspenden bin ich darauf angewiesen, dass lediglich geringfügige Reparaturen erforderlich sind“, sagt Harders. Es geht beispielsweise darum, ein Rad zu flicken und einen Lenker umzubauen. „Wir werden sicherlich keine Fachleute haben, um eine Gangschaltung zu zerlegen“, erläutert er.

„Was Fahrräder betrifft, gab es bereits zwei Vorläufer-Initiativen in Schenefeld“, berichtet der Projektleiter der Werkstatt. Detlef Schaaf und Winfried Haberland vom Flüchtlingscafé hatten bereits einige Fahrräder repariert und an Hilfesuchende übergeben. Die Mitglieder des Vereins „Glücksgriffs – Der soziale Kreislauf“ sagten Harders bereits ihre Unterstützung zu und kümmern sich darum, Werkzeug und Fahrradhalter zu liefern. Harders hofft zudem darauf, von der Stadt Spenden für Ersatzteile zu bekommen.

Wer ein Fahrrad spenden oder das Projekt in der Werkstatt unterstützen möchte, kann  sich bei Kai Harders, Telefon 040-83019811, melden. Das erste Treffen mit interessierten Helfern in der Fahrradwerkstatt ist am Donnerstag,  14. April, von 15 bis 17 Uhr. Treffpunkt ist die Garage hinter dem Bürgerhaus  am Holstenplatz.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen