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Enttäuschung im „Stadtzentrum“ : Kaffeetafel in Schenefeld gerät zum Besucherflop

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Nur 200 Gäste waren bei der Veranstaltung im „Stadtzentrum“. Im vergangenen Jahr zählten Bürgerverein und Stadt noch 700 Gäste.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 16:06 Uhr

Schenefeld | Die Sonne knallte auf den Marktplatz im Schenefelder „Stadtzentrum“. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof war mit einem Fächer gegen die Hitze und gefühlte 32 Grad richtig ausgestattet. Viele andere nicht. Die Hitze hat zum Bedauern der Bürgervereinsmitglieder und Verwaltung viele Senioren davon abgehalten, an der diesjährigen Kaffeetafel für Senioren teilzunehmen. Nur 200 Gäste kamen, die meisten der liebevoll gedeckten Plätze blieben leer. Zum Vergleich: 700 Senioren waren im vergangenen Jahr zur von der Stadt gesponserten Feier des Bürgervereins erschienen.

Die Vorsitzende des Bürgervereins, Waltraut Lüders, und der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Eckhard Vogelgesang, machten zum einen die Hitze, zum anderen aber auch die erstmals nicht verschickten persönlichen Einladungen für die leeren Stuhlreihen verantwortlich. Die Einladung erfolgte erstmals über Plakate und Ankündigungen in der Zeitung. „Es gibt leider einige Senioren, die ohne Einladung nicht kommen“, bedauerte Vogelgesang. Viele ältere Menschen schauten nicht auf die Plakate.

Die persönlichen Einladungen an die 4000 Schenefelder Senioren kosten die Stadt pro Jahr 2000 Euro, das Aufstellen der Plakate nur einen Bruchteil davon. „Geld, das leider nicht mehr vorhanden ist“, bedauerte die Bürgervereinsvorsitzende. Hinzu kämen die heißen, für Senioren risikobehafteten Temperaturen.

Der Qualität der Veranstaltung tat das Ausbleiben vieler Gäste jedoch keinen Abbruch. Die Liedertafel Frohsinn sorgte mit ausdrucksstark vorgetragenen Liedern wie „Hallo, hier Hamburg“, „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ und „Jetzt kommen die lustigen Tage“ für eine fröhliche Atmosphäre. Der Vortrag begann und endete mit der „Schenefeld-Hymn“ des Komponisten Günther Schulze.

Schenefelds starke Stimmen:  Die Liedertafel Frohsinn agierte diesmal unter der Leitung von Musiklehrer Peter Seelig.
Schenefelds starke Stimmen: Die Liedertafel Frohsinn agierte diesmal unter der Leitung von Musiklehrer Peter Seelig. Foto: Heiderhoff
 

Für Chorleiter Werner Achs sprang Peter Seelig ein. Der Gymnasiallehrer zeigte sich von der Arbeit mit den Männern angetan. „Das Proben hat mir viel Spaß gemacht. Die Sänger sind so pflegeleicht und überhaupt nicht zickig“, lobte Seelig.

Die seit drei Jahren in Schenefeld lebende Afghanin Negar Adib (12) bereicherte die Feier mit der Geschichte „Nichts in unserem Alter“ von Elke Bräunlig. „Das Programm gefällt uns sehr“, freuten sich Lotti Aohmann und Inge Eggerstedt. Birgit Schulze von der Tafel lobte „die tolle Musik“.

Mit ihrem professionell vorgetragenen, traditionellen Jazzprogramm sorgte dann auch das Hamburger Jazz-Quartett für einen weiteren musikalischen Leckerbissen. Lieder wie „Down by the river side“, „All of me“ und „The Sheik of Araby“ sorgten für Stimmung. „Auf eines ist Verlass, bei der Kaffeetafel des Bürgervereins ist immer gutes Wetter“, sagte Küchenhof. „Es ist dennoch sehr schade, dass so wenige Menschen gekommen sind“, bilanzierte die Bürgermeisterin. Die Seniorenkaffeetafel gibt es bereits seit 50 Jahren. „Vor 20 Jahren war ich hier noch mit meiner Mutter“, erinnerte sich Eckhard Vogelgesang. Damals seien im „Stadtzentrum“ 1200 Gäste gewesen.

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