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„Total Sozial“ : Jugendliche in Schenefeld ausgezeichnet

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schüler in Schenefeld haben regelmäßig Senioren in der Residenz Rüpcke besucht. Dafür wurden sie jetzt ausgezeichnet.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Schenefeld | In der Freizeit gehen die meisten Jugendlichen gern ihren Hobbys nach, treffen Freunde oder zocken am Computer. An der Gemeinschaftsschule in Schenefeld läuft seit fünf Jahren ein Projekt, das zeigt, wie engagiert junge Menschen sein können. Neun Mädchen und ein Junge sind gestern für das Projekt „Total Sozial“ von Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) mit Rosen und Urkunden ausgezeichnet worden.

Sie hatten die Bewohner der Seniorenresidenz Rüpcke wöchentlich besucht und ihnen Gesellschaft geleistet. Organisiert wird das Projekt bereits seit dem Jahr 2012 vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt Schenefeld. 150 Jugendliche haben mitgemacht. Küchenhof drückte ihren Respekt aus: „Vielen Dank, dass Ihr mitgemacht habt. Macht weiter so.“

Für diese besondere Freizeitgestaltung Freiwillige zu finden, ist nicht schwer. Die Anmeldezahlen übersteigen die Plätze. Es gebe eine Warteliste, sagte Schulleiter Dirk Ziegenhagen. Er betonte, dass das Engagement freiwillig ist. „Damit repräsentiert Ihr auch unsere Schule, und was für Einrichtungen wir hier haben“, lobte er.

Margit Matzen, Leiterin der Seniorenresidenz, bedankte sich ebenfalls für das Engagement der Schüler. „Man merkt euch an, dass Ihr gern kommt und Spaß daran habt.“

Spaziergänge und Einkaufsbummel

Eine Stunde pro Woche, ein Halbjahr lang, besuchten die Jugendlichen nach dem Unterricht die Einrichtung, die praktischerweise gleich neben der Schule liegt. Feste Kontaktpartner gebe es nicht. Die meisten Bewohner stimmen den Besuchen zu und freuen sich über die Abwechslung.

„Wir haben mit den alten Leuten geredet und ,Mensch ärgere dich nicht’ gespielt“, schilderte Emily (11). Tessa (11) ging mit einer Bewohnerin und ihrem Hund spazieren oder machte einen Einkaufsbummel. Der 14-jährige Leon berichtete, dass er sich einen Eindruck von dem Leben im Heim verschaffen wollte. „Mir hat gefallen, dass die Senioren sehr offen waren und viel mit uns gemacht haben.“ Er habe ihnen zum Beispiel aus Sachbüchern vorgelesen. „Ich war überrascht, dass viele Menschen dort sehr glücklich sind“, fügte er an.

Auch Tessa wollte wissen, „wie es sich so lebt“ in einer Seniorenresidenz. „Ich war davon überrascht, wie offen und liebevoll die Bewohner sind. Die fanden es alle toll.“

Matzen sagte, dass die Bewohner durchweg begeistert sind von dem Projekt: „Die mögen einfach die jungen Menschen und freuen sich wahnsinnig. Das ist ganz toll.“ Auch auf die Jugendlichen hätten die Besuche eine positive Wirkung. „Draußen auf dem Schulhof sind einige ganz wild, aber sobald sie bei uns reinkommen, sind sie ganz lieb und haben viel Respekt vor den älteren Menschen“, sagte Matzen. Einige hätten sich auch dafür interessiert, wie die Schulzeit der Senioren war. So wurde das Projekt zum Austausch der Generationen.

Von einem besonderen Erlebnis berichtete die 13-jährige Marilen: „Wir haben eine ältere Dame besucht. Und am Ende hat sie angefangen zu weinen, weil sie nicht wollte, dass wir wieder gehen.“

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