Schenefeld : „Jugend debattiert“ - jetzt will Yannick ins Bundesfinale

In seiner Freizeit stemmt Yannick Müthel auch mal gern Gewichte. Beim Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ will er  zeigen, dass er  auch ein Schwergewicht im Argumentieren ist.
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In seiner Freizeit stemmt Yannick Müthel auch mal gern Gewichte. Beim Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ will er zeigen, dass er auch ein Schwergewicht im Argumentieren ist.

Schüler vom Gymnasium Schenefeld qualifiziert sich für Landesentscheid am 10. März im Kieler Landtag.

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21. Februar 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | In seiner Freizeit hört er gern Hip-Hop und Rap, stemmt im Fitnessstudio Gewichte. Doch Yannick Müthel kann auch mit Wörtern jonglieren, argumentieren, seine Meinung überzeugend vertreten. Das hat er eindrucksvoll  bewiesen. Der 17 Jahre alte Halstenbeker, der die zwölfte Klasse des Gymnasiums Schenefeld besucht, hat sich beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ für das Landesfinale am 10. März in Kiel qualifiziert. Setzt er sich auch dort durch, geht es nach Berlin zum Bundesfinale.

Anfangs hat Yannick den Wettstreit der Worte und Argumente ganz locker gesehen. Am Gymnasium Schenefeld setzte er sich erst in seiner Klasse durch. Vor einer größeren Menschengruppe zu reden, fiel ihm noch nie schwer. Beim Regionalentscheid Süd in Henstedt-Ulzburg schaffte er es bis ins Finale. Thema dort: „Sollte unsere Region noch mehr Flüchtlinge aufnehmen?“ Der Schenefelder Gymnasiast musste die Pro-Seite übernehmen. 15 Minuten Vorbereitungszeit. Dann zwölf Minuten auf der großen Bühne mit seinen drei Debatten-Konkurrenten. Der Halstenbeker überzeugte die Jury – mit seinen Argumenten, seinem Verhalten, seiner Rhetorik. „Wenn ich etwas mache, dann so gut ich es kann“, sagt Yannick. Ein bisschen Ehrgeiz  hat ihn jetzt schon gepackt. Berlin. Bundesfinale. Das wär schon was.

Nächste Woche geht es für drei Tage ins „Trainingslager“ nach Kiel. In dem Workshop werden die Regionalsieger fit gemacht fürs Landesfinale.  Es geht nicht nur um Wörter, sondern auch um Mimik und Gestik. Was er gelernt hat, muss er dann im März im Kieler Landtag abrufen.

Yannick ist eher ruhig, aber wahrlich nicht auf den Mund gefallen. „Ich diskutiere gerne. In der Schule, im Freundeskreis.“ Er interessiert sich für Geschichte, Politik, Wirtschaft. Bei „Jugend debattiert“ gibt es klare Regeln. Dem anderen nicht ins Wort fallen, keine Verunglimpfungen. „Es geht darum, miteinander zu reden, ein Thema ausführlich zu diskutieren“, sagt Yannick. Deutschland sucht keinen neuen Superstar, sondern den  Meister der gepflegten Debatte. Das Gymnasium Schenefeld hat ein heißes Eisen im Feuer.

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