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Eigne Stadtwerke : Jetzt legt Schenefeld richtig los

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Politik erarbeitet ein Konzept. Ein Experte informiert.

Schenefeld | Eigene Stadtwerke: Barmstedt hat sie. Elmshorn und Pinneberg natürlich auch. Und Wedel, Quickborn, Tornesch, Uetersen und Halstenbek. Schenefeld hat sie nicht, hat sie nie gehabt. Das könnte sich ändern. Die Stadt macht sich auf, eigene Stadtwerke zu gründen. Der Energieausschuss soll ein Konzept erarbeiten – und holt sich dafür zunächst externe Unterstützung. Am 8. September kommt der Berliner Rechtsanwalt Benedikt Doms nach Schenefeld. Er gilt als Fachmann für die Themenkomplexe Konzessionsverträge, Netzbetrieb und Rekommunalisierung. Die Politiker werden ihm sehr aufmerksam zuhören.

Bisher ist der Energieriese E.on der Stromversorger in Schenefeld. Die Netze gehören der Schleswig-Holstein Netz AG. Die Konzessionsverträge laufen 2019 aus. Eigene Stadtwerke: Darüber wurde in Schenefeld schon mehrfach diskutiert, jetzt geht die Politik das Thema ernsthaft an, prüft Vor- und Nachteile und Alternativen. „Eigene Stadtwerke könnten für mehr Unabhängigkeit sorgen, für mehr Service für den Schenefelder Bürger vor Ort“, sagt Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Die Möglichkeiten für die Stadt könnten sich in verschiedenen Themenfeldern verbessern.

Der Knackpunkt könnten die Netze werden. Die müsste Schenefeld von Netz AG kaufen – und da kommen ganz schnell Kosten in Millionenhöhe zusammen. In Rellingen hat der Kampf um die Netze sogar zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung geführt, in der noch gar keine Entscheidung gefallen ist. „Eigene Stadtwerke ohne eigene Netze erscheinen mir aber wenig sinnvoll“, sagt Küchenhof.

Wagt Schenefeld den großen Schritt? Der Trend zu Rekommunalisierung ist vor allem im Energiebereich deutlich zu sehen. Seit 2007 wurden laut Hans-Blöcker-Stiftung in Deutschland mehr als 60 neue Stadtwerke gegründet. Uetersen ging diesen Weg 2008, holte sich damals als Partner die Elmshorner Stadtwerke mit ins Boot.

Ob eigene Stadtwerke als Eigenbetrieb oder beispielsweise als GmbH geführt werden sollten, steht zurzeit noch nicht zur Debatte. Mit dem im Energieausschuss erarbeiteten Konzept wird sich im zweiten Schritt der zuständige Hauptausschuss beschäftigen. Dann würde es auch um die Rechtsform gehen. Eines steht laut Küchenhof schon heute fest: Im Schnellverfahren werde es keine eigenen Stadtwerke in Schenefeld geben. „Das ist ein langer Weg.“

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erstellt am 02.Sep.2015 | 12:30 Uhr

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