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Schenefelder Tageblatt

25. September 2017 | 11:50 Uhr

Baumhasser : Jetzt ist das Schild weg

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Birke an der Friedrich-Ebert-Allee ist erneut attackiert und traktiert worden.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Der Baumhasser von der Friedrich-Ebert-Allee: Er treibt weiter sein Unwesen – ungestört, skrupellos. Der Mordversuch an der 90 Jahre alten Birke auf dem Privatgrundstück von Corina Bülow geht weiter. Der 25 Meter hohe Baum wird traktiert und attackiert. „Jetzt wurde eine weiße Substanz über den Baumstamm gegossen. Es wurden weitere Löcher in den Stamm gebohrt, wieder ein Stück der Rinde entfernt“, beschreibt Bülow das Dilemma. Der Täter hatte bereits mehrfach zugeschlagen, mit Nägeln und Säure versucht, den Baum zu töten. Bülow erstattete Strafanzeige, setzte eine Belohnung von 500 Euro aus. Bisher alles vergeblich.

Auch der Schritt in die Öffentlichkeit schreckte den Baumhasser nicht ab. Im Gegenteil. Das riesige Schild, das Bülow am 10. April an ihrem Zaun an dem öffentlichen Fußgängerweg zwischen der Friedrich-Ebert-Allee und der Mittelstraße hängte, um auf den Baummord hinzuweisen, wurde nach nur einem Tag unkenntlich gemacht, mit öliger Farbe beschmiert. Inzwischen ist das Schild verschwunden. „Geklaut“, wie Bülow betont. Dabei hatte die Schenefelderin das Schild extra mit zwei Schlössern gesichert. Beide hängen noch am Zaun – funktionsfähig. „Das Schild muss mit Gewalt abgerissen worden sein“, sagt Bülow.

Die Schenefelder Polizei hat den Fall zunächst an die Staatsanwaltschaft nach Itzehoe geschickt. Dort soll laut Polizeichef Matthias Lüdke entschieden werden, ob die Beamten wegen Sachbeschädigung die Ermittlungen aufnehmen.

Bülow geht inzwischen davon aus, dass sie den Baum verlieren wird. Vor allem, wenn durch die bisher unbekannten Flüssigkeiten der Boden konterminiert wurde. Der Schaden inklusive Entsorgung würde bei zirka 10.000 Euro liegen. Die Grundstücksbesitzerin weist immer wieder auf die Gefährdung für die Fußgänger hin, die von einem geschädigten Baum ausgehen. „Aber das ist dem Täter scheinbar egal.“

Mordversuch an einem Baum, der als störend empfunden wird: Über diesen Vorfall wird in Schenefeld laut Bülow viel diskutiert. Dabei musste die Geschädigte staunend zur Kenntnis nehmen, dass auch viele Bürger nicht das Bewusstsein haben, dass es sich bei den gezielten Attacken auf die Birke um eine Sachbeschädigung handelt. „Die Empörung ist manchmal größer, wenn ein Zaun beschädigt wird“, sagt Bülow.

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