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Schenefeld : Jahreshauptversammlung des Kunstkreises

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Wie viel wert ist eigentlich die Kunst? Angelika Rudolph provoziert mit ihren Thesen.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2015 | 12:30 Uhr

Schenefeld | Kunst als Handelsware, als gesellschaftliches Prestigeobjekt und auch als Glück stiftende Lebensbereicherung, das war das Themenbündel, mit dem sich die Jahreshauptversammlung des Kunstkreises Schenefeld auseinandersetzte. Angelika Rudolph gab dazu eine Menge Denkanstöße, die sie dem Buch „Vom Wert der Kunst“ entnahm. Ein unterhaltsames Werk, in dem Kunstmarkt-Insider Michael Findlay seine langjährigen Erfahrungen in Auktionshäusern und Galerien auswertet.

Schon Findlays erste Feststellung, die Rudolph ihren Zuhörern vorsetzte, klang im Kreis der Kunstfreunde wie eine Provokation: Kunst sei weder nützlich noch unverzichtbar, ließ sie sich vernehmen. Ihr materieller Wert sei weiter nichts als eine gesellschaftliche Übereinkunft, so ähnlich wie jede andere Währung, zitierte Rudolph den Amerikaner.

Von da an war ihr die Aufmerksamkeit der Versammlung im Rathaussaal sicher. Aber nicht nur die sehr direkte Art des Autors sondern ebenso Rudolphs eindringliche Art des Vorlesens, bei der sie auch ausgedehnte Pausen spannungssteigernd einsetzte, machte die Lesung zu einem Erlebnis.

Dabei wurde ganz und gar unschulmeisterlich viel Wissen vermittelt, vom Wert der steinzeitlichen Höhlenmalerei angefangen, der mit Geld noch gar nichts zu tun hatte, bis zu den astronomischen Beträgen, die heutzutage nach manchen Versteigerungen Schlagzeilen machen. Drei Töchter des Göttervaters Zeus, Aglaia, die Grazie des Glanzes und der Schönheit, Euphrosyne, die Grazie des Vergnügens, und Thalia, die Grazie der Fruchtbarkeit, übernahmen es, eine logische Ordnung in das vielschichtige Thema zu bringen, was ein Kunstwerk seinem Betrachter und erst recht seinem Besitzer alles bedeuten kann – als Investitionsgut, als Mittel zur Steigerung des Ansehens in der Gesellschaft und nicht zuletzt ganz persönlicher Genuss.

Behutsames Heranführen an die Kunst

Dabei spiele das behutsame Heranführen an die Kunst eine wichtige Rolle, ließ Findlay seine Vorleserin verkünden. Denn wer nichts von Kunst wisse und verstehe, könne sie nicht wertschätzen. Damit hatte Rudolph für Kunstkreischefin Ursula Wientapper eine gute Brücke zum zweiten Teil der Jahreshauptversammlung geschlagen, den Tätigkeitsberichten. Es ging um Ausstellungen, Ausfahrten und sonstige Aktivitäten des Kunstkreises, mit denen der Verein den Menschen in Schenefeld die Kunst näherbringt. Der stellvertretende Vorsitzende Michael Behrens hatte eine PowerPoint Präsentation parat, die Schriftführerin Gerda Freytag-Permin ausführlich erläuterte.

Eine Vorschau auf Künftiges gab es auch. Los geht es noch in dieser Woche mit Nachwuchskünstlerin Lena Franke. „In den Kinderschuhen“ heißt ihre Ausstellung aus der Reihe „Junge Kunst im Stadtzentrum“, die heute um 18 Uhr eröffnet wird und dann bis zum 23. Mai donnerstags bis sonnabends von 16 bis 18 Uhr zu besichtigen ist.

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