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Schenefelder Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:33 Uhr

Schenefeld : Insektenhotel steht wieder am See

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Nach dem Brandanschlag 2013: Naturschutzbund baut Insektenwand in Eigenarbeit wieder auf. Die Stadt spendiert das Material.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Der 17. Juni 2013: Das Insektenhotel am Friedrichshulder See ist völlig zerstört. Vandalen haben es abgefackelt, eine Spur der Verwüstung in dem Paradies für Naturfreunde hinterlassen. Erst 2012 hatte der Naturschutzbund Schenefeld-Halstenbek das Insektenhotel aufgebaut. Die Brandstiftung: Für den Nabu eine Tragödie. Doch für Schenefelds Nabu-Chef Stefan Friedrich stand schon damals fest. „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“

Er hat Wort gehalten: Das Insektenhotel steht wieder, bietet unter anderem Wespen, Bienen und Ohrwürmern eine neue Heimat. „Bei den warmen Temperaturen sind die ersten Tiere schon eingezogen“, betont Friedrich. Die Stadt hat das Material zur Verfügung gestellt. Nabu-Mitglieder haben gespendet, ebenso eine Firma. In Eigenarbeit wurde das „Hotel für Tiere“ am alten Standort von den Nabu-Mitstreitern wieder errichtet. Mehr als 30 Arbeitsstunden haben sie in das Projekt gesteckt. „Wir haben bautechnisch auch etwas verändert, so dass ein Abbrennen nicht mehr so leicht möglich ist“, betont Friedrich.

Hat er Angst, dass das Insektenhotel erneut beschädigt oder zerstört werden könnte? „Nein“, betont Schenefelds Nabu-Chef mit Nachdruck. Er geht davon aus, dass es sich 2013 um einen Einzelfall gehandelt hat. Trotzdem: Die Sinne sind geschärft. Viele Spaziergänger und Hundebesitzer haben dem Naturschutzbund zugesichert, ein Auge auf das „Hotel“ zu werfen. „Die Leute passen jetzt besser auf, sind wachsam“, sagt der Nabu-Chef.

Für den Wiederaufbau des Insektenhotels am Friedrichshulder See hat der Naturschutzbund viel positive Resonanz erfahren. Laut Nabu-Chef Stefan Friedrich gab es aber auch ein paar kritische Stimmen. Bürger sahen eine Gefährdung für Spaziergänger – vor allem für Kinder – auf dem Wanderweg, die von den Wespen und Bienen ausgehen könnten. Der Nabu weist darauf hin, dass von der Insektenwand keine Gefahr ausgeht. Die Bewohner – darunter Wespen und Bienen – könnten zwar stechen, aber es handle sich um solitär lebende Tiere, die keinen Stamm verteidigen müssen und so den Spaziergänger auch nicht als Gefahr ansehen. Es werde im „Hotel“ keine Bienennester mit Hunderten von Tieren geben. Folgende Tiere sollen hier einen Unterschlupf finden: Lehmwespe, gemeine Goldwespe, Siebenpunkt-Marienkäfer, Florfliege, rote Mauerbiene, Löcherbiene, gemeine Blattschneiderbiene, gewöhnlicher Ohrwurm.
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