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In 15 Tagen ist Schenefeld „voll“ : In der alten Post werden ab November 80 Zuwanderer untergebracht

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Auch in Schenefeld ist die sich dramatisch zuspitzende Flüchtlingssituation seit Wochen das alles beherrschende Thema.

Schenefeld | Mitarbeiter, die an ihre Grenzen stoßen. Ein Krisenstab, der nahezu täglich im Rathaus tagt. Auch in Schenefeld ist die sich dramatisch zuspitzende Flüchtlingssituation seit Wochen das alles beherrschende Thema. Die Zahlen haben sich gegenüber der Prognose innerhalb kürzester Zeit vervierfacht. Bis zum Ende des Jahres wird die Stadt fast 400 Menschen unterbringen müssen. Das Problem: Anfang Oktober ist Schenefeld „voll“, dann stehen keine Unterkünfte mehr zur Verfügung. Das teilte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof mit.

Die Stadt muss bis Mitte November improvisieren. Dann soll das alte Postgebäude am Heisterweg umgebaut sein. Im ersten Obergeschoss wird Platz für 80 Flüchtlinge und Asylbewerber geschaffen. In dem Gebäude werden dann doppelt so viele Menschen untergebracht wie ursprünglich geplant. Die Standards werden nach unten korrigiert – der Not gehorchend. Winterfeste Zelte und Container sind eine Option, um die Phase zu überbrücken. Laut Bürochef Melf Kayser könnte auch der Sitzungstrakt des Rathauses oder die Begegnungsstätte als Unterkunft genutzt werden. Die großen Turnhallen am Sportzentrum Achter de Weiden stehen laut Kayser aber bisher nicht auf der Liste der Unterbringungsmöglichkeiten.

Das Problem in Schenefeld: Der Wohnungsmarkt ist extrem angespannt, es gibt wenig Kapazitäten – und längst nicht alle Vermieter wollen in ihren Wohnungen Flüchtlinge sehen. Trotzdem werden der Stadt weiterhin nach dem festgelegten Verteilerschlüssel die Menschen zugewiesen.

Luft kann die geplante Gemeinschaftssunterkunft bringen, die am Osterbrooksweg für 2,1 Millionen Euro hochgezogen werden soll und in der bis zu 230 Menschen Platz finden. Sie könnte Anfang 2016 fertig sein. Die Politik zieht mit, daran gibt es keine Zweifel mehr. Der Finanzausschuss hat noch für dieses Jahr eine Million Euro zur Verfügung gestellt, damit die Stadt umgehend mit den Planungen beginnen kann. „Die Politik ist gefordert. Wir müssen Prioritäten setzen“, sagte CDU-Ratsherr Klaus Brüning. Eines ist der Bürgermeisterin in dieser Situation wichtig: Bei aller Sorge um die Flüchtlinge mahnte sie, die Schenefelder nicht zu vergessen. „Unsere Bürger haben auch Anliegen und Bedürfnisse, denen wir gerecht werden müssen.“

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erstellt am 17.Sep.2015 | 16:30 Uhr

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