Swing-Konzert : Im Nu das Schenefelder Publikum erobert

Sie haben das Schenefelder Forum gerockt: die Zucchini Sistaz – Tina La Werzinger an der Schlaggitarre, Jule Balandat am Kontrabass und „Schnittchen“ Schnittker an der Trompete.
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Sie haben das Schenefelder Forum gerockt: die Zucchini Sistaz – Tina La Werzinger an der Schlaggitarre, Jule Balandat am Kontrabass und „Schnittchen“ Schnittker an der Trompete.

Vor 200 Besuchern im Schenefelder Forum haben die Zucchini Sistaz für Stimmung gesorgt.

shz.de von
12. Februar 2018, 13:00 Uhr

Schenefeld | Nach dem dritten Song hatten die grünen Schwestern das Publikum auf ihrer Seite: Die knapp 200 Besucher im Schenefelder Forum beäugten die Zucchini Sistaz zunächst norddeutsch zurückhaltend, waren dann aber dem Charme der drei musikalischen Damen erlegen und mutierten im Laufe des Abends zum begeisterten Mitmachpublikum. Es wurde geklatscht, geschnippt, gewippt und gelacht. 

Der Mix aus mitreißender Swingmusik, frech-ironischen Cabaret-Einlagen und Eigenkompositionen im Stil der 1940er-Jahre hat ganz einfach Spaß gemacht. Der Titel war Programm: „Falsche Wimpern – Echte Musik“. Denn bei aller Leichtigkeit und Koketterie auf der Bühne, darf man das Können der Musikerinnen nicht vergessen. Alle drei sind hervorragende Sängerinnen, die ihren Close-Harmony-Satzgesang gekonnt selbst begleiten. Tina La Werzinger übernimmt an der Gitarre den frechen, schmissigen Part des Trios und spielt zwischendurch auch Ukulele. Jule Balandat beackert souverän ihren Kontrabass in der ersten Reihe. Und „Schnittchen“ Schnittker bereichert das Ganze durch ihr virtuoses Trompetenspiel – manchmal greift sie auch zur Posaune oder zum Flügelhorn.

Wenn die Zucchini-Schwestern loslegen, gibt es kein Halten mehr. Dann wird aus dem immergrünen Trio, mit Netzstrümpfen und Blumendekoration auf dem Kopf, gefühlt eine ganze Big Band, die das Publikum im Nu in die gute alte Swing-Ära zurückversetzt. Und wenn sie die Ballade von Egon und Beate anstimmen oder ihr Haustier, den „Schweinehund“ vorstellen, ist immer auch Situationskomik im Spiel.

Das Schenefelder Publikum jedenfalls wurde mitgerissen und war begeistert. Und dann gab es noch eine kleine Überraschung zum Schluss: Die Zucchini Sistaz empfingen ihr Publikum nach dem Konzert persönlich im Foyer und gaben Autogramme. Viele Besucher ergriffen die Gelegenheit zum kleinen Klönschnack. Die Schenefelderin Elke Berg (77) und ihre Hamburger Freundinnen Elli Lautenschlager (79) und Elke Focke (77) hatten gemeinsam Spaß: „Die Zucchinis sind grandios. Das ist unsere Musik“, sagten sie. Das unternehmungslustige Trio, das auch zusammen Karten spielt und reist, geht öfter ins Forum. „Hier gibt es immer Vorstellungen, die uns interessieren.“ Genauso sieht es Helmut Hülsmeyer (88), der die Musikerinnen gemeinsam mit seiner Frau Sigrid (83) genoss: „Wir sind echte Swing-Fans. Und die Damen sind großartig“, sagt er. Generell kamen sehr viel mehr ältere Zuhörer ins Konzert. Und das Forum war nur etwa zur Hälfte ausverkauft. Schade. Die grünen Schwestern jedenfalls haben alles gegeben, damit ihnen ihr Ruf vorauseilt und das Haus bei ihrem nächsten Schenefelder Konzert voll wird.

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