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Schenefeld im Klinch mit Versicherungen : Ihr Kinderlein kommet

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Nach dem Wasserschaden: Die Krippe der Paulskirche an der Bogenstraße ist endlich fertig und bietet 20 neue Plätze an.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Sie haben alle ihr Lächeln wiedergefunden: Das Kindergarten-Team um Leiterin Sabine Jacobsen. Die Pastoren Kerstin und Paul Otterstein. Die Politiker. Das Rathaus-Team um Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Endlich durchatmen: Die Krippe der Paulskirche an der Bogenstraße ist fertig. „Nächste Woche ist der Umzug. Im Februar können wir dann mit dem Vollbetrieb starten“, betonte Jacobsen.

20 neue Betreuungsplätze sind enstanden. Ganztags. Schenefeld kann jetzt 80 Plätze für Jungen und Mädchen unter drei Jahren anbieten. Zirka 532.000 Euro wurden in das 230 Quadratmeter große Gebäude investiert. Bund und Kreis gewährten einen Zuschuss in Höhe von 389.000 Euro.

Monatelang lief der Bau planmäßig: Im Juni 2013 dann der Zwischenfall, der alles änderte: „Zwei Wochen vor der Schlüsselübergabe“, wie Küchenhof gestern noch einmal betonte. Bei Arbeiten im Sanitärbereich wird ein Loch in die Fußbodenheizung gebohrt. Zwei Wochen lang entweicht das Wasser, bevor der Schaden entdeckt und behoben werden kann. Da ist schon alles zu spät. Gruppenräume, Schlafräume, Flure, Küche. Alle Böden sind patschnass. „Damals dachten wir, dass die Trocknung sechs Wochen dauert und wir starten können“, erinnert sich Jacobsen. Es kommt anders. Schlimmer. Auch ein zweiter Trocknungsversuch bringt nicht das Ergebnis, das die Stadt als Bauherr zufrieden stellt. Die Befürchtung: Die Feuchtigkeit steckt noch in den Böden drin. Es könnten sich gesundheitsgefährende Bakterien gebildet haben. Das bestätigt ein von der Stadt beauftragter Gutachter. Ein Gutachter der Versicherung bestreitet es. Die Stadt geht auf Nummer sicher. Reißt alle Böden raus und erneuert sie für 50.000 Euro. Der Eröffnungstermin musste immer weiter nach hinten geschoben werden. „Unter dem Estrich war alles feucht und voller Keime“, sagt Helge Feber aus dem Bauamt.

Mehrkosten von 90.000 Euro

„Wir sind der Stadt für diese Entscheidung dankbar, wären sonst mit einem mulmigen Gefühl hier eingezogen“, sagte Jacobsen. Für die zehn Kinder, für die bereits Verträge bestanden, wurde eine Notlösung in der angrenzenden Kita gefunden. Der Mitarbeiterraum und eine Putzkammer verwandelten sich in Betreuungsräume. „Hier wird nicht nur mit Sachverstand, sondern auch mit ganz viel Herz gearbeitet“, sagte Otterstein. Die Paulskirche ist Träger der Einrichtung. Otterstein lobte die Stadt ausdrücklich. „Sie stellt sich den Herausforderungen der Zukunft, übernimmt Verantwortung für die nächste Generation. Ich bin stolz, eine Schenefelderin zu sein.“

Ende gut alles gut? Von wegen. Die Mehrkosten für die Stadt durch den Wasserunfall belaufen sich auf mehr als 90.000 Euro. Dazu kommen laut Bauamtschef Günter Leimert noch Folgekosten – zum Beispiel für schon eingestelltes Personal – von zirka 100 000 Euro. Wer soll das alles bezahlen? Die Stadt geht davon aus, dass die Versicherungen der „Schuldigen“, der Handwerksfirmen die Zeche begleichen. Leimert: „Notfalls müsste die Stadt rechtliche Schritte einleiten.“

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