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Schenefelder Tageblatt

17. August 2017 | 10:41 Uhr

Schenefeld : Hundeschule droht die Schließung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kreis untersagt weitere Nutzung als Trainingsplatz. Susanne Venthien kämpft um ihre Existenz. Politik müsste F-Plan ändern.

Schenefeld | Am Ende kam es so, wie es kommen musste. Die Aufsichtsbehörde des Kreises Pinneberg drückt nicht länger beide Augen zu, sondern handelt. Die große Wiese zwischen der LSE und der Halstenbeker Chaussee darf nicht weiter als Hundetrainingsplatz genutzt werden. Die jahrelange Duldung ist vorbei. Betroffen sind die beiden Hundeschulen von Susanne Venthien und Frank Sander. Vor allem bei Venthien geht es um die Existenz, Sander betreibt noch einen Übungsplatz in Rellingen. Die Appenerin kämpft. Sie hat bei der Stadt den Antrag gestellt, die bisher landwirtschaftlich genutzte Wiese in eine Sondernutzungsfläche für Hundetraining umzuwandeln. Das wäre die Lösung und die Rettung. Eine Entscheidung soll morgen Abend im Stadtentwicklungsausschuss fallen.

Rechtlich wurde der Hundeplatz nie genehmigt. Er befindet sich im Landschaftsschutzgebiet. Doch seit Jahren dulden Kreis und Stadt die Hundeausbilder. Denn durch einen neuen Flächennutzungplan sollte nachträglich Rechtssicherheit geschaffen werden. Doch die Neuaufstellung eines F-Plans ist politisch von CDU und Grünen längst beerdigt worden – weitere Wohn- und Gewerbeflächen im Außenbereich waren nicht mehr gewünscht. Leidtragende: die beiden Hundeschulen. „Dadurch ist die Duldung eigentlich hinfällig“, warnte Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert schon im Dezember 2014.

Der Kreis reagierte, hat die Hundeschule im Februar auf die Rechtslage hingewiesen, sie aufgefordert, bis 24. März die Plätze zu räumen. Doch die Frist ließ der Kreis ohne Konsequenzen verstreichen. „Sollten sich Betreiber und Stadt doch noch einigen, wird der Kreis sich hier kooperativ verhalten und den Platz bis zu einer eventuell doch noch angestrebten F-Planänderung dulden“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Ohne diese Einigung wird der Hundeplatz geschlossen. Daran lässt Carstens keine Zweifel aufkommen. „Dann wird der Kreis rechtmäßige Zustände herstellen müssen.“

Eins steht fest: Die Hundeschulen sind an diesem Standort umstritten. Es gab Beschwerden aus dem Bereich der benachbarten Kleingartenanlage. Es geht um den Lärm und fehlende Parkplätze am Scharmbrooksweg. Politiker äußerten sich kritisch über das unschöne Erscheinungsbild des Hundeplatzes. Doch an der Duldung wurde bisher nicht gerüttelt. Denn eine geeignete Ersatzfläche konnte die Stadt bisher auch nicht bieten. Am Flaßweg, direkt an der Landesgrenze zu Hamburg, könnte laut Stadt eine Alternative gefunden werden. In Hamburgs Westen gibt es laut Stadtverwaltung acht Hundeschulen, davon drei in Schenefeld.

Venthien weist darauf hin, dass nicht nur „die Existenz der Trainer, sondern auch die Grundlage für die Erziehung und Auslastung vieler Schenefelder und umliegender Hundehaushalte durch die Schließung der Hundeschule vernichtet würde.“ Im vergangenen Jahr hatte sie 350 Schüler im Training, insgesamt 110 Prüfungen wurden abgenommen.

„Ein großer Teil der über 1000 Hundehaushalte in Schenefeld fühlt sich von unserem Angebot angesprochen“, sagt Venthien. Sie weist auf das erhebliche öffentliche Interesse am Angebot von Hundeschulen hin. Eine Alternativfläche in vertretbarer Entfernung hat die Hundetrainerin nicht gefunden. Die Appenerin hofft jetzt auf eine Entscheidung der Politik, die es ihr ermöglicht, ihre Hundeschule in Schenefeld weiter betreiben zu können.

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erstellt am 22.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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