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Schenefelder Tageblatt

23. November 2017 | 05:03 Uhr

Holzkoppel : Hitzige Debatte um Straßennamen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Wird die Holzkoppel bald Rosalind-Franklin-Straße heißen? „Das haben die Schenefelder nicht nötig.“

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Schenefeld | Kein Bürger wusste davon. Niemand hat darum gebeten. Bei der Bürgerfragestunde machte Bürger Walter Molter seinem Ärger Luft. Er konnte nicht nachvollziehen, warum die Verwaltung und die XFEL GmbH den Namen „Holzkoppel“ ändern möchten. „Dass die zukünftige Adresse der XFEL an der Straße liegt, kann kein Grund sein“, so Molter.

Hintergrund: Mitarbeiter von Verwaltung und Unternehmen Vertreter der europäischen XFEL GmbH waren sich einig, die Straße Holzkoppel umzubenennen. Ihr Ziel: einen passenden Namen mit Bezug zu Betriebsaktivitäten auf dem Gelände zu finden. XFELs Vorschlag: die Straße nach Dorothy Hodgkin und Rosalind Franklin zu benennen. Beide Biochemikerinnen befassten sich erfolgreich mit der Röntgenstrukturanalyse.

Molter verwies während seiner Rede auf das Buch „Alte Flurnamen der Stadt Schenefeld“. „Der Straßenname hat viel mit der Stadt zu tun sowie der Landschaft, in der die Straße liegt“, wandte Molter ein. Es sei nicht verständlich, warum die Stadt wegen einer Firma den Namen Holzkoppel ändern wolle. Einen anderen Standpunkt vertrat Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Schon bald werde sich das Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten in Schenefeld einfinden. „Das Thema Adresse ist für einen Wissenschaftsstandort ein bedeutender Punkt, der von der Verwaltung positiv aufgegriffen wurde“, so Küchenhof.

Rückendeckung erhielt die Bürgermeisterin von Fachdienstleiter Günter Leimert. Bei XFEL handele es sich um ein Forschungsinstitut mit weltweiter Ausstrahlung. „Ich würde zu dem Namen Rosalind Franklin tendieren“, so Leimert. Ähnlich äußerte sich Herbert van Gerpen von den Grünen, der seine Bewunderung für die Forscherinnen zum Ausdruck brachte. Holm Becker (CDU) und Reimer Schlegel (SPD) zeigten sich von der Idee einer Namensänderung wenig begeistert. „Warum sollten wir so etwas tun?“, fragte Becker. Es müssten sämtliche Briefköpfe in Anschreiben geändert werden. Was die Internationalität betreffe, fände er es besser, wenn der Name „Holzkoppel“ in die Welt getragen wird. Schlegel bezeichnete das von der Verwaltung anvisierte Projekt „als etwas holperig“. Er plädierte dafür, die Straße nach der deutschen Kernphysikerin Lise Meitner zu benennen.

Das Schlusswort hatte Michael Behrens von den Grünen und Ex-DESY-Mitarbeiter. Er gab an, Forschungszentren in aller Welt besucht zu haben. „Die Institute leben mit der Straße, wo sie gebaut werden“, so Behrens. Schenefeld habe es „nicht nötig“, etwas zu ändern. Die Politiker beschlossen, die Idee in den Fraktionen zu diskutieren. Im Fall einer Umbenennung sollen Anwohner befragt werden.

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