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Schenefelder Tageblatt

21. September 2017 | 05:10 Uhr

Hilfe für Schüler, Lehrer und Eltern

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Beratung Schenefelds Schulpsychologin Maja von Lehe zeigt Wege auf, wie Probleme gelöst werden können

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 16:01 Uhr

„Mein Kind mag nicht mehr zur Schule gehen.“ Ein Satz, den Maja von Lehe oft hört. Was sich dahinter verbirgt, versucht Schenefelds Schulpsychologin in intensiven Gesprächen mit den Betroffenen herauszufinden. Psychische Probleme wie Depressionen, Essstörungen, Ängste, Leistungsdruck, Prüfungsangst, Mobbing, Konflikte im Elternhaus, Schulverweigerung: Wer zu Maja von Lehe kommt, der hat ein Problem. „Ich sehe nicht die glücklichen Kinder“, sagt die 43-Jährige. Und oft erfährt sie, dass es auch hinter Schenefelder Gardinen Schattenseiten im Familienleben gibt. Sie arbeitet mit Menschen, denen es nicht gut geht. „Wenn ich den Eltern und Lehrern helfe, dann helfe ich damit auch den Kindern“, sagt die Schulpsychologin. Sie nimmt sich in den Gesprächen Zeit, manchmal bis zu einer Stunde.

189 Schüler, 131 Eltern und 164 Lehrer hat von Lehe im vergangenen Jahr beraten. „Zuhören, sortieren, inspirieren – Wege aufzeigen, wie es weiter gehen kann.“ So beschreibt die Psychologin ihre tägliche Arbeit. Sie therapiert nicht, sie berät. Sie lotet aus, welches Hilfsangebot für das Kind in Frage kommt, ob Bordmittel ausreichen oder ein Therapeut hinzugezogen wer muss.

Wer in dem Beziehungsfeld Schule, Eltern, Lehrer ein Problem hat, dem wird in Schenefeld professionell geholfen – und zwar schnell. Einen Termin gibt es in der Beratungsstelle am Holstenplatz innerhalb weniger Tage. Sie setzt ganz bewusst auf niedrigschwellige Angebote, denn die Hemmschwelle, sich Rat bei einem Psychologen zu holen, sei immer noch hoch.

Eine Schulpsychologin: Schenefeld ist die einzige Stadt im Kreis Pinneberg, die sich eine solche Stelle leistet. Von Lehe hatte im Januar 2014 die Nachfolge von Peter Klyne angetreten, der 35 Jahre in Schenefeld tätig war.

Die Schulpsychologin ist an allen vier Schulen im Einsatz, hilft Abc-Schützen genauso wie Abiturienten. Sie arbeitet im Netzwerk, steht in engem Kontakt zu den Schulsozialarbeitern vor Ort.

Leistungsorientierung: Ein Phänomen, mit dem von Lehe immer wieder in ihrer Tätigkeit konfrontiert wird. Sie berichtet vom dem Schüler, den seine Eltern ein Jahr wiederholen lassen, weil für sie die Leistung nicht ausreicht – bei einem Notendurchschnitt von 2,6. Und sie sieht, dass Lehrer häufig überlastet sind.

„Natürlich ist das oft emotional anstrengend für mich“, sagt die Schulpsychologin. Sie muss ganz dicht ran, um helfen zu können. Sie hat die Fähigkeit, sich in ganz unterschiedliche Lebenssituationen hineinzuversetzen „Ich baue auf den Dialog. Um Betroffene ins Boot zu holen, setze ich mich manchmal selbst ins Boot.“ Da ist sie resolut. Anderen Menschen zu helfen, etwas ins Positive zu verändern, das bedeutet ihr etwas. „Auch wenn das ein bisschen abgegriffen erscheint“, sagt die Psychologin. Sie liebt ihren Beruf.

Für den nötigen Abstand zu ihrer „empathischen Arbeit“ verhilft ihr der fünf Jahre alte Sohn – und ein paar Erinnerungszettel an ihrem PC. Auf einem steht: Dreimal am Tag den Himmel beobachten. Im November 2015 war sie fast jeden Tag am Gymnasium – im Kriseneinsatz. Ein Schüler war nach schwerer Krankheit gestorben. Gemeinsam mit Pastorin Kerstin Otterstein von der Paulskirche war sie für Schüler und Lehrer da. Auch das gehört zu ihren Aufgaben.

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