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Schenefelder Tageblatt

15. Dezember 2017 | 11:47 Uhr

Hauchdünne Mehrheit für Blau-Weiß

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Entscheidung Verein darf Untergeschoss des Sport-Areals für 1,5 Millionen Euro umbauen / Lebhafte Diskussion im Ratssaal

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2017 | 16:17 Uhr

Die Anspannung war Blau-Weiß-96-Geschäftsführer Frank Böhrens deutlich anzusehen. Er saß als Gast im Publikum während der jüngsten Ratsversammlung am Donnerstagabend. Denn es ging um alles: Es stand zur Debatte, ob der Sportverein das Untergeschoss der Sporthalle Achter de Weiden sanieren, den Fitnessbereich ausbauen und den Bürgersaal betreiben darf. Nach langer Diskussion folgte die Abstimmung: Mit 14 zu 13 Stimmen ging der Antrag knapp durch. Blau-Weiß kann loslegen. Die Stadt übernimmt für die geplanten Investitionen eine Kreditausfallbürgschaft von bis zu 1,5 Millionen Euro – in dieser Höhe will der Verein in das Gebäude der Stadt investieren.

Die Politik hat mit ihrem Beschluss zugesichert, dass der Schenefelder Verein das Areal für 15 Jahre nutzen kann. Damit hat eine lange Diskussion ein Ende gefunden. Nach einem Wasserschaden war der Bürgersaal lange Zeit nicht nutzbar gewesen. Nachdem der letzte Pächter des Sport-Restaurants aufgehört hatte, war auch die Zukunft dieser Räume ungewiss. Jetzt soll dort ein neuer Fitnessbereich entstehen.

Die Politik war sich nicht einig darin, ob sie den Plänen von Blau-Weiß 96 zustimmen sollen. Niels Wieruch (SPD) tat sich schwer mit der Kreditausfallbürgschaft. Die Pläne seien „nett ausgedrückt mutig und sehr ambitioniert. Alle Annahmen müssen eintreten, damit das am Ende aufgeht. Wir haben die Befürchtung, dass die Stadt einspringen muss“, sagte Wieruch. Zudem sei das Sportangebot keine kommunale Dienstleistung. Bürgschaften dürften nur für den eigenen Zweck sein. „Wir hatten uns ein anderes Konzept gewünscht“, führte er aus.

Manfred Pfitzner (BFB) sprach sich gegen die Blau-Weiß-Lösung aus. „Das ist ein zu hohes Risiko, das im Fiasko enden könnte. Davor muss der Verein geschützt werden.“ Die geplanten Mitgliederzuwächse seien „utopisch“. Er kritisierte, dass nicht parallel nach einem Gastronomen für das Sport-Restaurant gesucht wurde. Der Knackpunkt bleibe aber die Finanzierung. Klaus Brüning (CDU) widersprach Wieruch. Der Verein mehre das Vermögen der Stadt – nicht umgekehrt. Die Zahlen seien sorgfältig geprüft worden. Rainer Sempell (CDU) monierte, der „Auftritt“ von Wieruch sei „peinlich“. Es gebe viele Blau-Weiß-Mitglieder in Hamburg und Halstenbek.

Michael Behrens (Grüne), Leiter der Arbeitsgruppe für das Untergeschoss, betonte, dass die Wünsche der Stadt in das Konzept des Vereins miteingeflossen seien. Blau-Weiß wolle mit dem Beschluss in städtisches Eigentum investieren. „Keine Bank finanziert das ohne eine Bürgschaft“, führte er aus. Unterstützt wurde das Konzept auch von den Christdemokraten. Tobias Löffler (CDU) betonte den hohen Nutzen für die Bürger. Die Mitgliederzuwächse seien „optimistisch – aber realistisch“. „Der Verein hat bewiesen, dass das Vertrauen gerechtfertigt ist“, so Löffler. Es gebe keine konkreten Vorschläge von Gastronomen, die dort einziehen wollen. Er hob hervor, dass der Verein auch den Bürgersaal in einer ordentlichen Größe wiederherstellt, der dann auch von Vereinen genutzt werden könne. Andreas Wilken (OfS) ergänzte, Blau-Weiß wolle allein 400  000 Euro in den Festsaal investieren.

Bei den Grünen herrschte keine Einigkeit über das Vorhaben. „Wir Grünen sind uns nicht grün bei diesem Punkt“, erläuterte Hans-Gerhard Schwarz. Er habe trotz intensiver Gespräche „Bedenken“ und „Bauchschmerzen“.

Hans-Jürgen Rüpcke (CDU) gehörte zu den Fürsprechern. „Das ist doch eine Lösung die allen dient“, urteilte er. „Wir haben in den 1970er Jahren noch in Vierer-Reihen an der Theke im Sportrestaurant Cola-Whiskey getrunken. Diese Zeiten sind vorbei.“ Solch ein Konzept sei nicht mehr zeitgemäß. Mathias Schmitz (Grüne) merkte an, dass die Stadt für eine Sanierung des Festsaals ebenfalls Geld in die Hand nehmen müsse.

Letztlich stimmten zwei Grüne, FDP, SPD und BfB dagegen. CDU, OfS, vier Grüne dafür. Die Entscheidung steht – wenn auch knapp.

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