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Teilzeit-Chef in Schenefeld : Gymnasium unter neuer Leitung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hartmut Appel führt die Oberschule vorerst kommissarisch.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Hartmut Appel ist vom Ministerium für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein als kommissarischer Schulleiter des Gymnasiums Schenefeld eingesetzt worden. „Wir sind dankbar, dass wir ihn dafür gewinnen konnten“, sagte Ministeriumssprecher Thomas Schunck gegenüber dem Schenefelder Tageblatt. Der 60-jährige Oberstudiendirektor folgt damit auf Rolf Schell, der nach einer zweijährigen Probezeit vom Kieler Bildungsministerium als Schulleiter abgesetzt worden war. „Aus unserer Sicht war es notwendig, Herrn Appel einzusetzen“, sagte Schunck. Daher sei die Entscheidung für das sogenannte Einsetzungsverfahren in Kiel gefallen.

Der 60-jährige Appel leitet seit zehn Jahren das Detlefsengymnasium in Glückstadt. Dort wird er künftig zwei Tage pro Woche anzutreffen sein. Drei Tage pro Woche pendelt der aus Itzehoe stammende Pädagoge nach Schenefeld. Wie lange, sei noch unklar. „Die Stelle wird zum nächstmöglichen Termin im Nachrichtenblatt ausgeschrieben. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir sie zum 1. Februar 2016 fest besetzten können“, so der Ministeriumssprecher. Einfluss auf die Unterrichtsstunden soll die Umbesetzung nicht haben. „Die Maßnahme hat keinen Einfluss auf die Unterrichtsplanung. Bei Schulleitern werden die Stunden anders kompensiert“, versicherte Schunck.  Seite 3

Als Harmut Appel auf den Schulhof des Schenefelder Gymnasiums trat, wurde er am Donnerstag von einigen Schülern kritisch beäugt. Eine Schülerin fasste sich ein Herz und sprach den ihr unbekannten Mann im braunen Sacko an und fragte schüchtern: „Sind sie der neue Direktor?“ Appel nickte und grinste dabei freundlich: „Das bin ich. Ich wollte mich Euch auch schon persönlich vorstellen, aber ich komme derzeit nicht aus meinem Büro raus.“

Drei Tage in der Woche wird der 60-jährige Pädagoge aus Itzehoe nach Schenefeld pendeln – montags, mittwochs und freitags. Er übernimmt die Aufgaben von Vorgänger Rolf Schell, der nach zweijähriger Probezeit seinen Stuhl räumen musste. Das Bildungsministerium in Kiel entschied sich für die Teilzeitlösung.

Vorsitzender des Arbeitskreises der
Oberstudiendirektoren Nord

„Die anderen beiden Tage bin ich am Detlefsengymnasium in Glückstadt aktiv“, sagte Appel. Dort ist er seit zehn Jahren Schulleiter. Davor war er sechs Jahre stellvertretender Schulleiter der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe. Zudem ist er Vorsitzender des Arbeitskreises der Oberstudiendirektoren Nord und Fachaufsicht Sport des Ministeriums für Bildung und Kultur. Zeit um das Kollgium kennenzulernen und sich einen generellen Überblick zu verschaffen, habe er derzeit nicht. „Die Kollegen kann ich auch später noch kennenlernen. Wir sind jetzt in der heißen Phase der Personalplanung“, so der Oberstudienrat. Fünf Stellen im 60-köpfigen Lehrerkollegium müssten aufgrund von Pensionierungen für das kommende Schuljahr neu besetzt werden. „Ich hoffe, dass wir die entsprechenden Kandidaten finden“, sagte Appel, der derzeit unzählige Onlinebewerbungen prüfe. Erst wenn diese gefunden seien, könne die Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr angegangen werden. „Ach ja, zwischendurch schreiben wir auch noch Abiturprüfungen“, sagte Appel süffisant.

Doch beginne die Arbeit dann erst richtig: „Wir werden uns dann die Zeit nehmen, die internen Probleme aufzuarbeiten“, so der Oberstudiendirektor. Auf Details wollte er nicht eingehen. Auch nicht auf die Gründe, warum sein Vorgänger seinen Stuhl räumen musste. Er findet sogar lobende Worte für Schell, der sich bereiterklärte, bis zu den Sommerferien weiter am Gymnasium Schenefeld Physik, Chemie und Informatik zu unterrichten: „Ich bin sehr froh, dass er diese Bereiche weiterhin abdeckt und wir keine Engpässe haben. Wir haben auch sehr gute Gespräche geführt und die Übergabe lief sehr kooperativ.“

Selbst unterrichten werde der Germanist und Sportlehrer nicht selbst: „Die Aufgaben sind umfangreicher, als es sich viele von außen vorstellen. Wir verwalten uns in den meisten Bereichen selbst.“ Unruhig wird Appel, der 1978 in der Aufstiegsmannschaft von Holstein Kiel spielte, die die erste und einzige Teilnahme in der zweiten Bundesliga sicherte, nicht: „Ich habe schon alles, was man in der Verwaltung machen kann, selbst gemacht. Daher bin ich mit viel Optimismus dabei.“ Aus seiner Sicht habe die Schule eine gute Größe, um neue Dinge erfolgreich umzusetzen.

Wie lange das Jobsharing andauere, wisse er noch nicht. Das Ministerium für Schule und Berufsbildung in Kiel plane laut Sprecher Thomas Schunck, die Position zum 1. Februar des kommenden Jahres neu z u besetzen. „Ich mache das so lange, bis ein Nachfolger gefunden ist“, sagte Appel und ergänzte: „Das geht nur, weil die Leitung des Detlefsengymnasiums so gut aufgestellt ist. Ich kann es mir nur leisten, drei Tage nicht dort zu sein, weil ich weiß, dass die Kollegen die Aufgaben wuppen.“ Das möchte er auch bei seiner neuen Aufgabe erreichen: „Wir müssen uns so aufstellen, dass jeder stolz ist, am Gymnasium in Schenefeld zu sein.“ Darin eingeschlossen: ein neuer fester Schulleiter. Wichtig sei ihm ein freier Kopf. Dabei helfen Golfspielen, der Gang ins Fitnessstudio und Tango-Abende mit seiner Frau. „Den Rest der Zeit vertrödle ich oder lese ein Buch“, sagte der studierte Germanist.

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