Schenefeld : Grüne fordern Leitlinien für die Grünpflege

Arbeit per Hand: Die Pflege der Grünstreifen entlang der Friedrich-Ebert-Allee benötigten jährlich 918 Bauhof-Arbeitsstunden und verursachten Kosten von 31.000 Euro, rechnen die Grünen in ihrem Papier vor.
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Arbeit per Hand: Die Pflege der Grünstreifen entlang der Friedrich-Ebert-Allee benötigten jährlich 918 Bauhof-Arbeitsstunden und verursachten Kosten von 31.000 Euro, rechnen die Grünen in ihrem Papier vor.

Schenefelds Grüne wollen den Dauerkonflikt um städtische Betreuung von Flächen und Bäumen mit einem Konzeptpapier befrieden.

shz.de von
18. September 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | Schenefelds Grünpflege ist ein andauerndes Konfliktthema. Um Missstimmungen beizulegen und Luft aus der angespannten Debatte zu nehmen, legen die Grünen in der nächsten Ratsversammlung am Donnerstag, 25. September, zwei Anträge vor. Zum einen hat die Partei in Abstimmung mit dem Nabu ein Grünpflegekonzept erarbeitet, das klare Regeln und Leitlinien für Verwaltung, Bauhof und beauftragte Fachfirmen definieren und festschreiben soll. Zum anderen beantragt die Fraktion, ein Baumkataster einzuführen.

Etwa zehn Quadratkilometer macht die Fläche der Kommune aus, analysieren die Grünen. Knapp die Hälfte sei Siedlungsgebiet, der andere Teil landwirtschaftlich genutzte Fläche auch im Landschaftsschutzgebiet. Besonders konfliktträchtig seien die Pflege der Naherholungsflächen sowie Arbeiten an Bäumen und entlang der Grünstreifen, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

Eingriffe in Grünanlagen haben einen Spagat zu bewältigen. Sie müssen berücksichtigen, dass sich die Schenefelder auf den Flächen erholen oder auch spielen wollen. Dass aber ebenso gute Bedingungen für eine größere Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen zu schaffen sind. Naturschutz und Naherholung schließen sich nicht aus, betonen die Grünen in ihrem Konzept. Und zählen detailreich auf, wie „der Kultureinfluss auf ein erforderliches Minimum“ reduziert, alte Strukturen erhalten, bäuerliche Landschaften integriert und Zonen differenziert werden können.

Die Pflege des so genannten Straßenbegleitgrüns ist den Grünen schlichtweg zu teuer. Kostentreiber hier: der Aufwand. Grünstreifen müssen überwiegend manuell bearbeitet werden. Um hier Entlastung zu schaffen, schlagen sie vor, Zwergsträucher durch Wildwiesenstreifen zu ersetzen. Das ganze möge durch eine Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden, die „die positiven Wirkungen der Spontanvegetation für den städtischen Naturschutz gegenüber einem möglicherweise als ungepflegt empfundenen Zustand“ hervorhebt.

Das Grünpflegekonzept sei ein erster Entwurf, betonen die Grünen, der als Vorlage im Fachausschuss zu diskutieren ist. Für das geforderte Baumkataster mögen bereits Haushaltsmittel bereitgestellt werden.

Ratsversammlung: Donnerstag, 25. September, Sitzungssaal, Holstenplatz 3 -5, Beginn: 19 Uhr
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