Unterstützung der Umwelt : Grüne aus Schenefeld und Halstenbek gemeinsam gegen den Klimawandel

Die Schenefelder und Halstenbeker Grünen wollen zukünftig gemeinsam Ideen für lokale Projekte gegen den Klimawandel entwickeln. Zum „Jour Fixe“ rund um das Thema lud der Schenefelder Grünen-Chef Mathias Schmitz (zweiter von rechts) ins Juks ein.
Die Schenefelder und Halstenbeker Grünen wollen zukünftig gemeinsam Ideen für lokale Projekte gegen den Klimawandel entwickeln. Zum „Jour Fixe“ rund um das Thema lud der Schenefelder Grünen-Chef Mathias Schmitz (zweiter von rechts) ins Juks ein.

Schenefelds Grünen-Chef Mathias Schmitz lädt zum Jour Fixe ein. Lokale Projekte für die Umwelt.

Avatar_shz von
16. Februar 2018, 12:45 Uhr

Schenefeld | Beobachtungsdaten belegen, dass die Wasserpegel im Jahr 2100 über 60 Zentimeter höher liegen werden – und das ist eine optimistische Annahme. Diese Tatsache wird von vielen resigniert als unabdingbar hingenommen, Motto: Ob wir hier Kohlekraftwerke abschalten, ist weltweit gesehen sowieso egal. Auch die Politik geht einen Schritt zurück: Im Koalitionsvertrag wurde das einstige Klimaziel, die Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, mit der Umschreibung „so weit wie möglich“ aufgeweicht. „Das Thema verschließt sich dem Standardrepertoire der Parteien“, sagt Mathias Schmitz, Vorsitzender der Schenefelder Grünen. „Wir ducken uns weg. Der Klimawandel macht Angst und scheint außerhalb dessen, was wir beeinflussen können.“

Aktionen auf lokaler Ebene

Der Grünen-Chef will das so nicht hinnehmen und lud zum Jour Fixe ins Juks. Er wollte von den 20 Teilnehmern wissen, was man auf lokaler Ebene gegen den Klimawandel unternehmen und wie man das Bewusstsein für energieeffizientes Handeln schärfen könne. Jens Clausen vom Verein Schenefelder Beete hatte klare Vorstellungen: „Wir müssen die Versiegelungen auf den Grundstücken verhindern und öffentliche Flächen fruchtbarer gestalten.“ Außerdem sollte man verstärkt darauf achten, dass Lebensmittel aus der direkten Nachbarschaft kommen und Supermarktleiter auch darauf ansprechen. Clausen: „Der wirksamste Wahlzettel ist immer noch der Kassenbon.“

Auch der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad war ein Thema. „Aber solange wir lebensgefährliche Fahrradwege haben, wird das Radfahren nicht attraktiver“, warf Hedwig Röper ein. Und wenn schon ein Auto, dann doch möglichst effizient: Carsharing wurde als weiteres Mittel der Wahl diskutiert: „Wir könnten uns an bestehende Modelle in Hamburg andocken“, so Schmitz.

Umwelt und Nachhaltigkeit auf dem Stundenplan

Einig waren sich alle darüber, dass auf den Stundenplan der Schenefelder Schulen dringend auch die Fächer Umwelt und Nachhaltigkeit gehörten. Schmitz: „Wo Jugendliche sind, ist der Platz in Rekordzeit vollgemüllt. Das Bewusstsein muss sich ändern.“ Er versprach, Kontakt mit den Schenefelder Schulleitern aufzunehmen und die Idee vorzutragen.

Der Schenefelder Grüne Jochen Ziemann, der seit 14 Jahren international große Windanlagen-Projekte betreut, empfindet die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung als stetig steigend, sieht aber Probleme auf politischer Ebene: „Was kann man dagegen haben, die Energie in öffentlichen Gebäuden sofort zu drosseln? Die Stadt hat eine Vorbildfunktion. Aber es gibt in Schenefeld Personen und Parteien, die dagegen wirken. Das kann man Lobbyismus und Korruption nennen“.

Jeder Einzelne ist gefragt

Jeder Einzelne sei gefragt: „Man sollte sich mit politischen, technischen und finanziellen Details auseinandersetzen. Es gibt beispielsweise Mieterstrommodelle, die gut funktionieren.“ Seines Erachtens wären eigene Stadtwerke für Schenefeld ein Schritt in die richtige Richtung: „Gute Ideen laufen bisher nicht, weil wir keinen Player haben, der sie treibt“, sagt Ziemann.

Marlis Schlobohm von den Grünen der Gemeinde Halstenbek sprach sich für eine lebensfrohere Verpackung der Botschaften aus: „Die ganzen Zahlen machen mich nicht an. Wir müssen wegkommen von dieser technischen Ebene. Horrorszenarien drücken die Menschen gleich weg.“ Die Halstenbeker und die Schenefelder Grünen wollen nicht aufgeben und das Thema weiterhin besprechen und gemeinsam lokale Projekte gegen den Klimawandel anstoßen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen