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Suche nach richtigem Partner : Gründung von eigenen Stadtwerken in Schenefeld

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Verschiedene Versorgungsunternehmen stellen sich im Energieausschuss vor.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 13:00 Uhr

Schenefeld | Eigene Stadtwerke gründen? Die Netze kaufen? Schenefeld lotet zurzeit aus, welcher Weg für die Stadt der richtige ist. Eine Entscheidung muss her, denn 2019 laufen die Konzessionsverträge aus. Versorger ist zurzeit das Unternehmen Eon, die Netze gehören der Schleswig-Holstein Netz AG.

Im Energieausschuss werden zurzeit Gespräche mit Vertretern von Stadt- und Gemeindewerken aus dem Kreis Pinneberg geführt. Schenefeld sucht Kooperationspartner, um das Vorhaben stemmen zu können. Gestern Abend war ein Vertreter der Wedeler Stadtwerke zu Gast. Halstenbek soll folgen, der Chef der Quickborner Stadtwerke, Panos Memetzidis, hat seine Visitenkarte bereits in Schenefeld abgegeben. Die Quickborner Stadtwerke versorgen nicht nur zahlreiche Haushalte mit Strom, Gas und Wasser, sondern haben in den vergangenen Jahren auch in ein eigenes Telekommunikationsnetz investiert, so dass viele Quickborner jetzt auch ihr Internet und Telefon über die eigenen Stadtwerke beziehen.

Jochen  Ziemann
Jochen Ziemann

Zum Thema Netzrückkauf berichtete Memetzidis von den Erfahrungen, die die Stadtwerke Quickborn beim Kauf des Gasnetzes von Ellerau gemacht haben. Die Hauptgründe für einen Netzrückkauf sehe er darin, dass die Gewinne aus dem Netzbetrieb bei der Stadt verblieben und dass die Stadt Einflussmöglichkeiten bei Investitionsentscheidungen habe und damit die Energiepolitik im Sinne der Bürger mitgestalten könne. Weitere Gründe seien die in der Regel hohe Akzeptanz eigener Stadtwerke bei der Bevölkerung, der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Wertschöpfung direkt vor Ort.

„Herr Dr. Memetzidis hat uns empfohlen, auch ohne eigenes Netz jetzt schon mit der Gründung von Stadtwerken zu starten. Als gelungenes Beispiel hat er Energie Rellingen genannt, die inzwischen über 2000 Kunden mit Strom, Ökostrom und Erdgas beliefern“, sagte Grünen-Ratsherr Jochen Ziemann als Vorsitzender des Energieausschusses. „Wir würden jetzt schon den Namen der Stadtwerke bekannt machen und erstes Personal einstellen. Dadurch könnte man die Chancen für den Zuschlag zum Betrieb der eigenen Netze erhöhen“, betonte Ziehmann. Memezidis habe anhand der Fläche und der Einwohnerzahl Schenefelds den Kaufpreis für die Strom- und Gasnetze grob auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Ziehmann: „Diese Summe würde man natürlich zum größten Teil durch Kredite fremdfinanzieren, die man durch die Gewinne des Netzbetriebes zurückzahlt. Als Eigenkapital sind in der Regel 20 Prozent, also drei Millionen Euro nötig. Wenn man sich Stadtwerke als Partner dazuholt, die mit investieren, können wir das nötige Eigenkapital aus meiner Sicht aufbringen.“ Memetzidis erklärte, dass die Stadtwerke Quickborn grundsätzlich ein möglicher Kooperationspartner für die Stadt Schenefeld seien. Ziehmann: „Da sie selbst aber gerade in ihr Telekommunikationsnetz investiert haben, müssten wir uns noch weitere Partner suchen.“ Die Suche ging gestern Abend in die nächste Runde.

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