Schenefeld : Großer Fritz-Graßhoff-Abend in der Sportwelt

Jan Timmermann (rechts) ist im Besitz einer Originalausgabe der „Halunkenpostille“. Frank Grünberg hat 16 Gedichte ausgewählt.
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Jan Timmermann (rechts) ist im Besitz einer Originalausgabe der „Halunkenpostille“. Frank Grünberg hat 16 Gedichte ausgewählt.

Großer Fritz-Graßhoff-Abend am 24. April in der Sportwelt. Jan Timmermann berichtet über persönliche Begegnung mit dem Künstler.

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27. März 2015, 10:15 Uhr

Schenefeld | Er schrieb Hits für Lale Andersen, für Freddy Quinn und Hans Albers. Zeitweise war er einer der meistrezitierten deutschen Schriftsteller. Er war Maler, Zeichner und Übersetzer. Doch der Name Fritz Graßhoff ist längst in Vergessenheit geraten – vor allem in Deutschland. Er starb 1997 in Kanada.

In Schenefeld wird Graßhoff jetzt wieder zum Leben erweckt – und zwar am 24. April in der Sportwelt an der Holzkoppel. Gedichte, Schlager und Lieder werden ab 19.30 Uhr beim Fritz-Graßhoff-Abend präsentiert.

Das Besondere: Jan Timmermann wird als Zeitzeuge über seine Begegnungen mit Graßhoff Anfang der 1990er Jahre in Kanada berichten. „Dreimal sind wir uns begegnet, haben aber später über Jahre noch Kontakt gehalten“, sagt Timmermann, der damals eine kleine Farm in Kanada besaß. Auf seinem Tisch liegt ein prall gefüllter Graßhoff-Ordner mit Briefen, Dokumenten und Zeitungsartikeln. Er hat Graßhoffs Tochter angerufen und ihr von dem Abend zu Ehren ihres Vater erzählt. „Die war platt“, sagt Timmermann.

Die berühmt-berüchtigte Halunkenpostille – 1947 erschienen und heute mit einer Gesamtauflage von 200.000 Exemplaren – hat er schon als junger Mann gelesen. Noch heute besitzt er eine Originalausgabe. Ein Geschenk von Graßhoff, natürlich handsigniert. In seinem Büro hängen zudem zwei Graßhoff-Bilder.

Jan Timmermann hatte die Idee für den Graßhoff-Abend – und fand in „Schenefelds Vorleser“ Frank Grünberg einen begeisterten Mitstreiter. Er wird 16 Gedichte aus der Halunkenpostille lesen. „Das sind zum Teil gesellschaftskritische, sehr humorig geschriebene Texte“, sagt Grünberg.

Die Besucher dürfen sich aber auch auf freche Lyrik, Frivoles, Zartes und Derbes freuen. „Man muss immer gucken, in welcher Zeit Graßhoff diese Texte geschrieben hat“, sagt Grünberg. Der Schenefelder Sänger und Gitarrist Karl-Heinz Schoop wird das musikalische Werk würdigen, unter anderem mit Seemansliedern und Chanties. Begleitet wird er von Michael Müller. Ein Abend für Fritz Graßhoff: Für Timmermann eine Herzensangelegenheit – für Grünberg, Schoop und Müller eine künstlerische Herausforderung. Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei. Die Plätze sind begrenzt. Es wird um Anmeldung unter Telefon 0171-5291588 gebeten.

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