Forum Schenefeld : „Große Neujahrsgala“ mit den Hamburger Symphonikern

Die künstlerische Leiterin der Pinneberger Drostei, Stefanie Fricke (links), mit den Solisten des Abends Sönke Tams Freier (Bassbariton) und Magdalena Hinterdobler (Sopran).
Die künstlerische Leiterin der Pinneberger Drostei, Stefanie Fricke (links), mit den Solisten des Abends Sönke Tams Freier (Bassbariton) und Magdalena Hinterdobler (Sopran).

Der Abend war ein vom Kreis Pinneberg gefördertes „Leuchtturmprojekt“, also ein künstlerisches Ereignis, zu dessen Gelingen mehrere Einrichtungen beigetragen haben.

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14. Januar 2015, 12:00 Uhr

Schenefeld | Sie hatte an der Garderobe schon ihren Mantel abgeholt, da geriet eine Besucherin noch einmal ins Schwärmen: „Das war richtig schön. Ich bin beschwingt, als würde ich schweben.“ Gemeinsam mit etwa 250 weiteren begeisterten Zuhörern hatte sie im Forum gerade die „Große Neujahrsgala“ mit den Hamburger Symphonikern erlebt.

Glücklich und entspannt war auch Stefanie Fricke. Die künstlerische Leiterin der Pinneberger Drostei war voller Lampenfieber in Schenefeld angekommen, denn ihre Aufgabe war es, als Moderatorin auf der Bühne zu stehen. Frickes wissensreiche Ausflüge in die Musikgeschichte, die sie mit witzigen Anekdoten aus der Welt des Operettentheaters würzte, zeigten schnell, wie sorgfältig sie sich auf ihren Auftritt vorbereitet hatte.

Der Abend war immerhin ein vom Kreis Pinneberg gefördertes „Leuchtturmprojekt“, also ein künstlerisches Ereignis, zu dessen Gelingen mehrere Einrichtungen beigetragen haben. Diesmal das Pinneberger Kreiskulturzentrum mit seinem Programm „Drostei unterwegs“ als Veranstalter und die Stadt Schenefeld, die mit dem Forum dafür den festlich geschmückten Rahmen zur Verfügung stellte.

Die Hamburger Symphoniker brachten für ihren bravourösen Auftritt etwa 60Musiker auf die Bühne, so viele, dass einige nur noch hinter den Seitenvorhängen Platz fanden. Mit Operettenklassikern von Johann und Josef Strauss sowie von Franz Lehar servierten sie ein buntes Bouquet teils schmissiger, teils hinschmelzend romantischer Evergreens, dazu sogar mit den „Nordseebildern“ eine selten gespielte liebliche Hymne des Wiener Walzerkönigs an den an diesem Abend eher unwirtlichen Norden. Dazu kamen die wunderschönen Stimmen von Magdalena Hinterdobler (Sopran) und Sönke Tams Freier (Bassbariton), die immer wieder zu Beifallsstürmen hinrissen.

 

Orchesterchef Stefanos Tsialis dirigierte dermaßen temperamentvoll, dass ihm der Taktstock aus der Hand glitt, um anschließend elegant zu Füßen einer Zuhörerin zu landen.

„Das hätte ins Auge gehen können“, kommentierte eine Sitznachbarin trocken. Aber die junge Dame sprang  geistesgegenwärtig auf und gab das Fundstück blitzschnell seinem Besitzer zurück. Auch das trug zur heiteren Stimmung des Abends bei.

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