Schenefeld : Goldene Hochzeit in der Stephanskirche

Hanna-Maria und Knut Engel: „Wir sind stolz und dankbar für die 50 Jahre Ehe.“ Auch  Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (links) zählte zu den Gratulanten.
Hanna-Maria und Knut Engel: „Wir sind stolz und dankbar für die 50 Jahre Ehe.“ Auch Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (links) zählte zu den Gratulanten.

Kultur pur: Hanna-Maria und Knut Engel feiern im Alten Gemeindesaal der Stephanskirche ihre Goldene Hochzeit.

shz.de von
17. Juni 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | „Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, – Und’s ist mal ein milder Sommertag, So hink‘ ich wohl aus dem kleinen Haus – Bis unter den Lindenbaum hinaus. – Da setz ich mich denn im Sonnenschein – Einsam und still auf die Bank von Stein, Denk‘ an vergangene Zeiten zurück – Und schreibe mit meiner alten Krücke – Und mit der alten zitternden Hand ‚Hanna-Maria‘ - So vor mir in den Sand.“ Mit diesem leicht abgewandelten Gedicht von Wilhelm Busch begrüßte Knut Engel (78) die Gäste. Im kleinen Kreis haben Hanna-Maria (75) und ihr Knut das Fest der Goldenen Hochzeit im Alten Gemeindesaal der Stephanskirche gefeiert.

„Wenn man in der Zeitung von solchen Anlässen liest, haben die Ehepaare in den letzten 50 Jahren kein böses Wort verloren“, sagte Knut Engel. „Ich kann mich an keinen Tag ohne Meinungsverschiedenheit mit meiner Frau erinnern“, sagte Knut Engel und erntete für seine Worte viel Gelächter.

Zu den Gratulanten gehörten an diesem Ehrentag auch Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski. „Es ist ein großes Glück sich zu finden, aber sich zu behalten, ist harte Arbeit“, richtete die Bürgermeisterin ihre Worte an das „goldene“ Paar. Bichowski und Küchenhof waren sich einig: „Streit ist ein Zeichen für eine gute Ehe.“

Auch Pastor Michael Mattern gratulierte den beiden Ehrenpreisträgern der Stadt Schenefeld – und widmete ihnen den Vortrag des Hohen Liedes der Liebe und bat die Jubilare, das Geheimnis ihrer langjährigen Ehe zu verraten. Knut Engel verriet sein Geheimnis zwar nicht, dafür aber Bruder Uwe. „Bis zur Ehe habe ich immer beide Augen offen gehalten, aber danach musste ich immer eins zudrücken“, zitierte Uwe Engel seinen Bruder. Humorig ging es weiter. Das goldene Paar berichtete über ihre Beziehung. Beide lernten sich über eine Anzeige in der Zeitung kennen. Eine romantische Reise nach Frankreich sowie die Geburt von Tochter Nadja ließen nicht lange auf sich warten.

„Knut und ich haben uns auf dem Gebiet der Kunst getroffen“, verriet Hanna-Maria Engel. Im Jahre 1986 entschlossen sich die Schauspielerin und der Maler, das „Atelier Engel“ zu gründen, wo sie unzählige Lesungen veranstalteten und Schenefelds Kulturleben bereicherten. „Wir haben uns all die Jahre wunderbar ergänzt und sind immer gemeinsam durch dick und dünn gegangen“, sagte die Schauspielerin.

In den vergangen Jahren ist es etwas ruhiger geworden. Doch das Paar veranstaltet weiterhin Lesungen. Knut Engel rezitierte am Sonntagabend aus seinem selbst verfassten Reisebericht aus den 50er Jahren. Hanna-Maria las unter anderem „Iwan Iwanowitsch“ von Fritz Grasshoff und „Schischyphusch oder der Kellner meines Onkels“ von Wolfgang Borchert. Silke Pfeil, Freundin von Hanna-Maria Engel, imitierte gelungen Komiker Rüdiger Hoffmann – gesprochen aus der Perspektive von Ehefrau Hanna-Maria Engel.

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