Schenefeld : Gigantische Hilfswelle für Nepal

Ein Berg voller Hilfsgüter: „Glücksgriff-Chefin“ Ingrid Pöhland freut sich über die große Spendenbereitschaft.
Ein Berg voller Hilfsgüter: „Glücksgriff-Chefin“ Ingrid Pöhland freut sich über die große Spendenbereitschaft.

„Glücksgriff“-Aktion erfährt sehr viel Unterstützung. Pöhland und Peters reisen in Erdbebenregion. Noch fehlt Geld für Transport.

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19. Mai 2015, 16:24 Uhr

Schenefeld /Nepal | Montag, 10.23 Uhr: Im „Glücksgriff“-Geschäft in der alten Post im Heisterweg sortieren Ingrid Pöhland und drei Kollegen Kleidung und Schuhe. Durch den Hintereingang betreten Jutta und Hartwig Lange den Raum. Er trägt einen Wäschekorb voller Kleidung. Sie hat drei Jacken in der Hand. Hilfe für die Menschen in Nepal: Die beiden Pinneberger haben in der Zeitung den Spendenaufruf von „Glücksgriff“-Chefin Pöhland gelesen. „Wir wollen helfen“, sagt Jutta Lange. Wenige Minuten später kommt eine Schenefelderin ins Geschäft. Sie übergibt Pöhland einen Umschlag – er enthält zwei 50-Euro-Scheine. Den Betrag trägt sie fein säuberlich in ihr Buch ein, in dem alle Geldspenden festgehalten werden. Die Hilfswelle für die Erdbebenopfer in Nepal rollt nicht nur, sie hat nach nur einer Woche gigantische Ausmaße erreicht.

„Die Menge der Sachspenden hat einen Umfang angenommen, den ich nicht für möglich gehalten habe“, sagt Pöhland. Krücken, Schlafsäcke, Zelte, Decken, Luftmatratzen, Taschen, Rucksäcke, Schuhe und Kleidung: Für den Transport des 20-Tonnen-Containers hat die „Glücksgriff“-Chefin schon fast genug zusammen. Die Spender kommen auch aus Wedel, aus Uetersen, aus Pinneberg und aus Hamburg. „Spenden nehmen wir nur noch bis zum Pfingstsamstag, 23. Mai an“, sagt Pöhland.

Sie strahlt. Ist glücklich – und im Dauerstress. Am Sonnabend startete sie per Telefon einen Hilferuf, um die Berge von Kleidungssäcken in den ersten Stock des Postgebäudes schaffen zu können. Acht Helfer packten mit an. Ab heute wird auch im Obergeschoss sortiert, wird die Ware zollfertig verpackt. In der kommenden Woche wird der Container am Heisterweg beladen.

Die Hilfsgüter sollen gezielt den Menschen in dem Bergdorf Sindupalchok zugute kommen. Dort sind fast alle Häuser durch das verheerende Beben zerstört worden. „Von den weiteren Nachbeben war diese Bergregion nicht schwerpunktmäßig betroffen“, sagt Pöhland.

Krücken über Krücken: Sie werden für    verletzte und behinderte Menschen benötigt. (Fotos: Brameshuber)
Krücken über Krücken: Sie werden für verletzte und behinderte Menschen benötigt. (Fotos: Brameshuber)
 

Die „Glücksgriff“-Chefin hat sich entschieden, auf eigene Kosten im August nach Nepal zu fliegen, um die Auslieferung der Ware vor Ort zu begleiten. Sie wird dabei von ihrer Vorstandskollegin Birgit Peters begleitet. „Wir haben mit dieser Hilfsaktion eine große Verantwortung übernommen, der wir als Verein auch gerecht werden wollen“, sagt Pöhland.

Das Schiff mit dem „Glücksgriff“-Container wird zwischen dem 8. und 13. Juni im Hamburger Hafen ablegen. Der Zielhafen Kalkutta wird nach zirka vier Wochen erreicht. Die Ladung wird auf Lastwagen umgeladen und dann geht es 950 Kilometer durch teilweise zerstörtes Gelände bis nach Kathmandu. In der Hauptstadt wird sich eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft um den Weitertransport in die 90 Kilometer entfernte Region Sindupalchok kümmern. Allein die Frachtgebühren kosten 3000 Euro. „1200 Euro sind als Spenden eingegangen, 1800 Euro fehlen aber noch“, betont Pöhland. Sie ist zuversichtlich, dass auch dieses Geld noch zusammenkommt.

Der Zoll will genau wissen, was verschickt wird. (Foto: Brameshuber)
Der Zoll will genau wissen, was verschickt wird. (Foto: Brameshuber)
 

Wieder betritt jemand an diesem Montagmorgen den „Glücksgriff“-Raum, diesmal mit einer Plastiktüte voller Kleidung und einem Schlafsack. Schenefeld hilft Nepal: Diese Aktion kommt an.

Der Verein „Glücksgriff“ hat folgendes Spendenkonto eingerichtet: Glücksgriff: Stichwort Nepal Hamburger Volksbank IBAN: DE15 2019 0003 0074 2863 07 / BIC: GEN OD EF1HH2
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