Konstituierende Sitzung : Generationswechsel beim Kinder- und Jugendbeirat in Schenefeld

BürgermeisterinChristiane Küchenhof (Mitte vorn) verteilt an die ausscheidenden Jugendlichen Mappen mit Bescheinigungen der Teilnahme beim Kinder- und Jugendbeirat in Schenefeld: „Das könnt Ihr bei euren Bewerbungen gut gebrauchen', sagt sie.
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Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (Mitte vorn) verteilt an die ausscheidenden Jugendlichen Mappen mit Bescheinigungen der Teilnahme beim Kinder- und Jugendbeirat in Schenefeld: „Das könnt Ihr bei euren Bewerbungen gut gebrauchen", sagt sie.

Acht von elf Mitgliedern des aktuellen KJB treten bei der Wahl am Donnerstag nicht mehr an.

shz.de von
12. Juni 2018, 14:00 Uhr

Schenfeld | Der Schenefelder Kinder- und Jugendbeirat (KJB) konstituiert sich am Donnerstag neu. Die 14 Frischlinge müssen erst noch lernen, sich in den kommunalpolitischen Systemen der Stadt zu orientieren, damit sie ihre Ziele und Interessen nicht nur formulieren, sondern auch umsetzen können. Unterstützung gibt es in den nächsten Monaten von erfahrener Seite: Der ausgeschiedene 1. KJB-Vorsitzende Alexander Hoffmann und sein Vertreter Malte Westphal wollen den Neulingen helfen, bis sie sich auf längere Zeit verabschieden und zu ihren Auslandsaufenthalten aufbrechen. Hoffmann zieht es nach Südamerika, Westphal nach Neuseeland.

Politischer Funke übergesprungen

Die 18-Jährigen kennen sich seit Kindertagen, haben zusammen die Schulbank gedrückt, gemeinsam gerade ihr Abi gemacht und waren vier Jahre als Duo im Vorsitz des KJB aktiv. Die politische Arbeit hat für beide begonnen, als sie sich mit 14 Jahren erfolgreich für eine Skaterbahn in Schenefeld eingesetzt haben. „Das war großartig. Wir haben uns engagiert und konnten etwas bewegen.“ Da sei der politische Funke übergesprungen.

Ihre Hauptenergie haben die beiden während der KJB-Zeit in das Schenefelder Rockx-Festival gesteckt. „Unser Baby. Das haben wir initiiert, weil es ohne das Rockx sonst gar keine echte Plattform mehr für Schenefelder Jugendliche gegeben hätte“, sagt Westphal. „Ich bin sicher, dass die Neuen weitermachen.“ Wichtig sei aber auch die Einmischung in die Stadtplanung: „Wir brauchen ein Fahrradkonzept für die Stadt.“ Auch der Ausbau des Schulzentrums ist ein aktueller Punkt, bei dem der KJB zukünftig am Ball bleiben sollte: „Unser Eindruck ist, dass alles aufgeschoben wird. Es gibt keine richtigen Lösungen, sondern nur Ausweichmöglichkeiten“, kritisieren die Abiturienten.

Genervt von Sprechblasen

Obwohl sie positive Erfahrungen mit der politischen Arbeit gemacht haben, können sie sich nicht vorstellen, eine Karriere in dem Bereich zu starten: „Ich glaube, die beste Politik macht man, wenn man keine politische Karriere will. Sobald ich sesshaft bin, eine Familie und ein Haus habe, werde ich mich kommunalpolitisch einbringen. Aber die Landes- und Bundespolitik ist nichts für mich“, sagt Hoffmann. Westphal wird deutlicher. Er hat ein klares Bild der bundespolitischen Realität vor Augen: „Ich bin kein Freund von Hinterlistigkeit. Wenn man nicht in die Bundespolitik geht, macht man sich die Hände auch nicht schmutzig.“

Generell halten die beiden aktuell nur sehr wenige Politiker für wirklich integer und sind von deren Sprechblasen genervt. Eine Ausnahmeerscheinung ist Robert Habeck, der Bundesvorsitzende der Grünen. Bei ihm kommen die 18-Jährigen sogar ins Schwärmen: „Er ist ein wirklich guter Typ. Und ehrlich.“ Er reflektiere, suche nach Lösungen, würde Fehler auch bei sich selbst sehen und reagiere nicht immer gleich mit dem „Ich war das nicht“-Reflex.

Tipps für die Nachfolger

Was raten die alten Hasen ihren Nachfolgern? Gibt es Tipps? „Ja“, sagt Hoffmann. „Ich glaube, das bringt alles nichts, wenn man nicht auch den Willen mitbringt, sich durchzusetzen.“ Dabei musste er während seiner Aktivitäten mehrfach lernen, dass man es nicht immer allen recht machen kann: „Politische Arbeit endet trotzdem meistens in einem Kompromiss. So ist die Demokratie.“ Ganz wichtig sei es auch, Kritik und Widerspruch nicht persönlich zu nehmen. „Das gehört dazu“, sagt Hoffmann, der nicht nur zwei Jahre den KJB-Vorsitz innehatte, sondern auch Schulsprecher ist.

Grundsätzlich gilt für die beiden Abiturienten: „Etwas zu verändern ist besser als es so zu lassen.“ Na, das klingt ja so, als würde man in Schenefeld zukünftig noch etwas von den beiden hören. „Auf jeden Fall“, sagen sie. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) hat den elf  ausscheidenden KJB-Mitgliedern während ihrer letzten Sitzung nicht nur gedankt, sondern auch Bescheinigungen über ihre Arbeit im Beirat mit auf den Weg gegeben: „Das hilft Euch bei eueren Bewerbungen“, sagte sie. „Engagement kommt immer gut an.“

Die Sitzung am Donnerstag, 14. Juni, beginnt um 17  Uhr in Sitzungszimmer 107 des Rathauses am Holstenplatz.


 

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