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Lärmaktionsplanung Schenefeld : Gemeinsamer Kampf für Tempo 30

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld will im Verbund mit anderen Kommunen Geschwindigkeitsbegrenzungen durchsetzen.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Der Kampf gegen den Lärm: Schenefeld will sich nicht länger alleine mit dem Landesbetrieb Verkehr (LBV) um Geschwindigkeitsbegrenzungen streiten. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof plädiert für eine konzertierte Aktion, will andere Städte und Gemeinden an Schenefelds Seite holen. „Wir diskutieren über dieses Thema in der Bürgermeisterrunde“, bestätigte Küchenhof.

Denn der Verwaltungschefin schwant nichts Gutes: Die Lärmaktionplanung droht in Schenefeld zum Rohrkrepierer zu werden. Die Stadt möchte erneut auf der Blankeneser Chaussee und der Halstenbeker Chaussee – die Landesstraße 104 – die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduzieren. Dadurch könnte die Lärmbelastung um bis zu drei Dezibel verringert werden. Doch mit diesem Vorstoß war die Stadt bereits einmal beim LBV gescheitert.

Das Tempo runter. Genau das schlägt das Lärmkontor Hamburg als entscheidende Maßnahme jetzt erneut vor – und zwar an drei besonders betroffenen Brennpunkten: An der Altonaer Chaussee zwischen Schenefelder Platz und der Stadtgrenze. Auf der L104 zwischen Uetersener Weg und Blankeneser Chaussee und dann weiter bis zur Einmündung Borgfelde. Und auf der Blankeneser Chaussee. Auf der Blankeneser Chaussee könnten unterstützend Schutzstreifen für Radfahrer ausgewiesen werden.

Laut Michael Schreiber vom Lärmkontor werden in diesen Bereichen Lärmwerte erreicht, die als krankmachend gelten. Die Richtwerte von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel nachts werden nach Schreibers Aussage um fünf bis sieben Dezibel überschritten. Folgen von Lärm seien vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Und er machte Schenefeld in zweifacher Hinsicht Mut: „Was das Aufstellen von Tempo-30-Schildern angeht, setzt bei den Straßenverkehrsbehörden ein Umdenken ein.“ Auch wenn der Weg manchmal lang sei. „Tempo 30 wirkt“, betonte Schreiber zudem und verwies auf eine Untersuchung in Berlin, wo die gefahrenen Geschwindigkeiten über einen Zeitraum von drei Jahren auf 19 Hauptverkehrsstraßen mit Tempo 30 gemessen wurden.

Bedenken, dass die Leistungsfähigkeit von Landesstraßen durch die Reduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometer leidet, wies Schreiber als unbegründet zurück. Strittig bleibt die Frage, ob eine Umfahrung der nördlichen Blankeneser Chaussee und der Haupstraße über den Osterbrooksweg ein wirksames Vorhaben sei. Das Lärmkontor sagt nein, spricht als Folge von einem deutlichen Anstieg der Lärmbelastung im Osterbrooksweg. Die Politik hat Zweifel an dieser Aussage. Es wurde eine Überprüfung beschlossen.

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