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Schenefelder Tageblatt

19. August 2017 | 05:56 Uhr

Schenefeld : „Gemalte Tage“ im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Lübecker Tiemo Schröder zeigt 30 Aquarelle, Ölbilder und Grafiken im Rathaus in Schenefeld. Der Künstler ist am 15. Februar vor Ort um sich den Fragen von Interessierten zu stellen.

Schenefeld | „Ich verweile nicht gern lange bei einer Sache, auch nicht bei Frauen. Das ist so – warum, weiß ich nicht. Ich will es auch nicht wissen. Mich selbst zu befragen, war nie meine Stärke.“ Mit solchen Texten um den Minotaurus hat sich der Künstler Tiemo Schröder schon seit 30 Jahren beschäftigt. Im vergangenen Jahr arbeitete er zwölf Monate lang an seiner aktuellen Minotaurus-Serie. Dabei entstanden Aquarelle, Ölbilder und Grafiken. 30 seiner Bilder sind nun im Zuge einer Ausstellung noch bis zum 15. Februar im Schenefelder Rathaus zu sehen.

„Ich freue mich sehr, Sie hier in Schenefeld begrüßen zu dürfen“, hieß ihn Ursula Wientapper, Vorsitzende des Kunstkreises Schenefeld willkommen. Tiemo Schröder wurde 1963 in Essen geboren, ging in Neumünster zur Schule und absolvierte sein Studium in Braunschweig. Inzwischen ist er Dozent an der Hochschule für Bildende Künste in Lübeck. Bei seinem Schaffensprozess richtet sich sein Hauptaugenmerk auf die Druckgrafik. Schröder freute sich, seine vielschichtigen bildnerischen Techniken in Schenefeld auszustellen. „Als ich mir hier den Raum anschaute, fiel mir sofort auf, hier müssen meine gemalten Tage hin“, sagte Schröder bei seiner Einführungsrede. Im Prozess der Entstehung seiner Bilder schrieb er einzelne Texte der Minotaurus-Sage – passend zu seinen Werken – um. „So stirbt Minotaurus bei mir nicht, sondern flieht“, erläuterte der Künstler. Auch Ikarus stirbt nicht, verbleibt jedoch in einem schwermütigen Stadium.

Charakteristisch für die Kunst des Lübeckers ist seine Fähigkeit, großformatige Linoldrucke zur Geltung zu bringen. Schröder bevorzugt eine Farbtransparenz, die das Licht zum Strahlen bringt. Dies erreicht er, indem er verschiedene Schichten so übereinander anordnet, dass sie sich gegenseitig beeinflussen.

Im Zuge seiner neuen Malerei-Ausstellungsreihe gelang es dem Künstler, noch einen weiteren Aspekt zu realisieren – und zwar Kunst und Musik zu verzahnen. Tiemo Schröders Gattin Gudrun Schröder spielte während der Vernissage die Cello-Suiten von Bach, vor deren Hintergrund die Werke entstanden. „Ich habe die Musik immer wieder gehört, gezeichnet und mir Notizen gemacht“, erläuterte Schröder seinen Schaffensprozess. Gudrun Schröder und Thiemo Schröder dozieren an der Musik- und Kunstschule Lübeck. Wie die Bilder verfehlten die zart-romantischen Celloklänge nicht ihre Wirkung auf das Publikum. Wer Interesse hat, mehr zu Schröders Werken zu erfahren, kann sich im Rathaus am Sonntag, 15. Februar, um 12 Uhr zu einem Künstlergespräch einfinden.

Die Ausstellung im Schenefelder Rathaus am Holstenplatz kann Montag bis Sonnabend  von 15 bis 17 Uhr, Donnerstag zusätzlich von 10 bis 12 Uhr und Sonntag von 11 bis 13 Uhr besucht werden. 
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erstellt am 02.Feb.2015 | 11:54 Uhr

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