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Schenefeld : Fröbelsterne als Familientradition

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vor 145 Jahren fing alles an: Seit dieser Zeit wird die Basteltechnik von Generation an Generation weitergegeben.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Kleine und große Papiersterne in schillernden Gold- und Rottönen und in allen denkbaren Variationen – etliche dieser Fröbelsterne befinden sich im Keller von Edith Lindenbergs Haus in Schenefeld. Denn dort hat die 64-Jährige ihre Bastelwerkstatt. Die besondere Falttechnik, mit der die Papiersterne hergestellt werden, wird in der Familie von Lindenberg von Generation zu Generation weitergegeben. Als erster beherrschte sie der Urgroßvater der Schenefelderin, Julius Weber. Er lernte das Basteln der Ziersterne im Deutsch-französischen Krieg 1870/71. Lindenberg vermutete im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wahrscheinlich hat er das Handwerk in einem Lazarett von einem Kameraden gelernt.“

Das Basteln der Fröbelsterne wurde seither zur Tradition in der Familie. „Jeden ersten Advent bastelten wir gemeinsam – das war Pflicht“, sagte auch Lindenbergs Mutter Else Dietrich (88). Sie lernte das Handwerk von ihrem Vater Hermann Weber.

Damals sei das Basteln für sie und ihre drei Geschwister Luxus gewesen. Else Dietrich erläuterte den Grund: „Die Papiere zum Basteln haben zehn Pfennig gekostet, die goldenen und silbernen Papierbögen sogar 15 Pfennig.“ Dietrich brachte ihrer Tochter Edith das Kunsthandwerk bei. Denn für sie sei das Basteln der Sterne immer beruhigend gewesen.

Beide Frauen basteln die Papiersterne seit ihrer Kindheit. Mittlerweile verkauft Lindenberg ihre Werke zur Weihnachtszeit auf verschiedenen Märkten in der Region. Auch im Altonaer Museum stellten Mutter und Tochter ihre Basteleien bereits aus. Dietrich schenkte dem Museum anschließend etwas ganz Besonderes: „Ich bastelte 2000 Fröbelsterne für die Weihnachtsbäume dort.“ Mehrere Jahre hingen diese zur Adventszeit an den Tannenbäumen im Museum.

Oft sei sie gefragt worden „Ist das etwa mit der Pinzette gemacht?“ Dietrich antwortete dann immer: „Nein, die Pinzette sind meine Hände!“ Doch nach einem Schlaganfall musste die 88-Jährige ihre Leidenschaft aufgeben.

Lindenberg ist momentan die letzte Generation, die Fröbelsterne bastelt: „Meine Söhne machen das beide nicht – aber meine Schwiegertochter möchte es gern lernen.“ Dann bliebe die Familientradition bestehen.

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