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Einwohnerversammlung in Schenefeld : Friedhofsentscheidung: Geld trifft auf Emotionen

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Soll die Stadt Schenefeld einen vollwertigen Friedhof betreiben, der jährlich bis zu 100.000 Euro verschlingt? Vor dem Bürgerentscheid wird viel diskutiert.

Schenefeld | Nach 90 Minuten sachlicher Diskussion brachte es Bürgermeisterin Christiane Küchenhof auf den Punkt. „Bei dieser Entscheidung stehen die Finanzen gegen die Emotionen.“ Schenefeld ringt weiter um seinen Friedhof. 50 Bürger nutzten am Mittwochabend im Juks bei der Einwohnerversammlung die Gelegenheit, sich vor dem Bürgerentscheid am 25. Mai noch einmal alle Argumente für und gegen eine letzte Ruhestätte in der Stadt anzuhören.

Die Finanzen: Das Hauptargument der Gegner. Ein Friedhof wird sich in Schenefeld nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Diskutiert wird nur über die Höhe des jährlichen Defizits. Es könnte bei 100.000 Euro liegen. Friedhöfe, die schließen müssen. Friedhöfe, auf denen Grabstellen leer stehen. Kaum noch Erdbestattungen. Immer mehr Urnenbestattungen. Bestattungstourismus nach Tschechien, wo die Asche der Verstorbenen verstreut werden darf: Niemand widersprach, als unter anderem auch Ingrid Pöhland (SPD) die sich wandelnden Parameter beschrieb. Das Friedhofs-Geld lieber in andere Projekte investieren – eine Meinung, die an diesem Abend immer wieder vertreten wird. „Mit unserem Friedhof sind wir ein paar Jahrzehnte zu spät“, sagte Grünen-Ratsherr Michael Behrens.

Die Emotionen: Der Friedhof stiftet Identifikation. Schenefelder können in ihrer Stadt auch ihre letzte Ruhestätte finden. Der Friedhof als Ort der Begegnung, als Ort der Trauer. „Ich will nicht in Halstenbek oder Hamburg beerdigt werden“, sagte Holm Becker (CDU). Eine Meinung, die ebenfalls von vielen Menschen in Schenefeld geteilt wird. „Viele Bürger haben den Wunsch, in Schenefeld beerdigt zu werden“, beschrieb die Bürgermeisterin ihre Eindrücke und Erfahrungen. Becker und auch Jörg Evers (OfS) warben dafür, sich eben nicht von den Kosten abschrecken zu lassen. „Ein Friedhof gehört zu einer Stadt wie das Rathaus, die Feuerwehr und das Jugendzentrum“, sagte Evers.

Geld oder Emotionen? Die Argumente sind alle ausgetauscht. Die Entscheidung über Schenefelds Friedhof liegt in den Händen der Bürger.

Soll die Stadt Schenefeld einen vollwertigen Friedhof herstellen und betreiben, der langfristig  mit zirka 50.000 bis 100.000 Euro pro Jahr bezuschusst werden müsste? So lautet die  Frage, über die am 25. Mai abgestimmt  wird. Sowohl Ingrid Pöhland (SPD) als auch Holm Becker (CDU) sicherten zu, dass es um eine Grundsatzentscheidung Für oder Wider einen Friedhof geht. „Es gibt keine Hintertür“, sagte die SPD-Abgeordnete. Heißt: Sollte sich eine Mehrheit gegen einen „vollwertigen Friedhof“ aussprechen, werde es keine Bemühungen geben, eine abgespeckte Variante politisch auf den Weg zu bringen. Pöhland betonte, dass das von der SPD in der Vergangenheit favorisierte Kolumbarium von der Ratsversammlung abgelehnt worden sei.
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erstellt am 14.Mai.2014 | 09:45 Uhr

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