„Frauen sind benachteiligt“

Marina Richter (von links), Monika Harrs, Britta Rose, Ingrid Pöhland, Doris Adler, Kirsten Schmidt und Praktikant Benjamin Hollert gehören zum Team.
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Marina Richter (von links), Monika Harrs, Britta Rose, Ingrid Pöhland, Doris Adler, Kirsten Schmidt und Praktikant Benjamin Hollert gehören zum Team.

Verein „Glücksgriff“ unterstützt Projekte für weibliche Flüchtlinge / „Individuelle Hilfe ist gefragt“

shz.de von
09. Mai 2018, 15:39 Uhr

Mit ihrem Secondhand-Laden „Glücksgriff“ unterstützt Ingrid Pöhland die Integration von Geflüchteten gern. Das soziale Projekt gibt es bereits seit neun Jahren. Alle Bürger dürfen in den beiden, an Lornsenstraße und Heisterweg beheimateten Läden, einkaufen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf unterstützen die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder diverse Projekte. „In unserer Satzung haben wir verankert, dass wir soziale Vorhaben unterstützen wollen“, betont Chefin Ingrid Pöhland. Es sei ihrem Team von Anfang an darum gegangen, über den Tellerrand zu blicken

„Die Flüchtlingshilfe haben wir von Beginn an unterstützt“, erläutert Pöhland. Der Verein bezahlte vor drei Jahren einen über die Volkshochschule veranstalteten Sprachkurse. Pöhland und ihr 50-köpfiges Team fördern inzwischen bereits im zweiten Jahr einen Sprachkursus für Frauen mit Kinderbetreuung. Das sind pro Jahr Mittel in Höhe von 10 000 Euro. „Die in Deutschland ankommenden Frauen sind benachteiligt“, betont die 70-Jährige. Da ihr Team überwiegend aus Frauen bestehe, wolle der Verein auch etwas für Frauen tun. „Egal, ob ich zum Arzt gehe, einkaufe oder Infos einhole, alles geht nur über die Sprache“, erläutert Pöhland. Sprechen die Frauen nur ein wenig mehr Deutsch, fassten sie in Deutschland mehr Mut. Der Verein sei insofern bereit, viel Geld für diesen Kursus bereitzustellen. „Der Gleichstellungsbeauftragten Ute Stöwing kommt bei der Netzwerkarbeit im Kreis Pinneberg eine Schlüsselrolle zu“, erläutert die „Glücksgriff“-Chefin. Sie sei zudem die Initiatorin des Frauensprachkurses. Auch die Fahrradwerkstatt und die DRK-Kleiderkammer werden vom „Glücksgriff“ unterstützt.

Pöhlands freut sich, dass seit zwei Jahren ein syrischer Mitarbeiter im Laden mithilft. „Er hat durch die Arbeit im Glücksgriff viele persönliche Kontakte gewonnen und hat dabei auch gut Deutsch gelernt“, erläutert Pöhland. „Wir freuen uns, wenn wir zukünftig Hilfe von geflüchteten Menschen bekommen, die bereit sind, regelmäßig zu kommen und zugleich auch die deutsche Sprache einigermaßen beherrschen“, ergänzt die pensionierte Postbeamtin.

Wie die Integration in Schenefeld verbessert werden könnte? „Wir benötigen noch mehr individuelle Unterstützung“, erläutert sie. Gefragt seien Helfer, die Geflüchtete bei Erledigungen unterstützen.

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