Schenefeld : Flüchtlinge: Quote nicht erfüllt

Sozialamtschef rechnet mit weiterem Anstieg der Zahlen. Altes Postgebäude als mögliche Unterkunft bleibt politisch umstritten.

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02. Juli 2015, 12:30 Uhr

Schenefeld | Fünf Menschen aus Afghanistan kamen am Montag in Schenefeld an. Damit erhöht sich die Zahl der Flüchtlinge, die in der Stadt ein neues Zuhause gefunden haben, auf 157. Dabei wird es nicht bleiben. Das teilte Sozialamtschef Axel Hedergott am Dienstagabend im Bauausschuss mit. „Die Stadt Schenefeld erfüllt noch nicht die vorgegebene Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen.“ Er geht davon aus, dass der Stadt in den kommenden sechs Monaten weitere Menschen zur Unterbringung aus Neumünster zugeteilt werden. „Wir stoßen ganz langsam an die Grenzen dessen, was wir leisten können“, betonte Hedergott. Es steht kaum noch Wohnraum zur Verfügung, um die gewünschte dezentrale Unterbringung der Menschen zu gewährleisten.

Kein Wunder, dass Hedergott einen eindringlichen Appell an die Politik richtete, das Obergeschoss des alten Postgebäudes am Heisterweg als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu können. Doch zum zweiten Mal in Folge wurde die Entscheidung aufgeschoben. Diesmal auf Wunsch der BfB, die sich die Räumlichkeiten vor Ort zunächst ansehen möchte.

Fakt ist: Es gibt eine politische Mehrheit, das städtische Gebäude für zirka 80.000 Euro so umzubauen, dass dort bis zu 20 Männer untergebracht werden können. SPD, Grüne und OfS befürworten diese Übergangslösung. Die CDU lehnt sie weiter ab – und auch die BfB tut sich schwer.

Fakt ist: Das alte Postgebäude wird in den kommenden Jahren im Zuge der gerade angeschobenen Stadtkernplanungen verschwinden. Bauamtschef Günter Leimert geht davon aus, dass eine Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks in zwei bis drei Jahren fällt. So lange könnte das Obergeschoss als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Die Umbauten seien schnell und zu vertretbaren Kosten zu realisieren. „Das Gebäude könnte im November bezugsfertig sein“, sagte Leimert. Wenn die Politik nicht weiter blockiert. Eine Entscheidung soll jetzt im dritten Anlauf während einer Sondersitzung des Bauausschusses am 14. Juli fallen. Dann wird es auch noch einmal um die Größe der Sanitäranlagen gehen. Bisher sind nur zwei Waschbecken, zwei Toiletten und zwei Duschen geplant. Damit erfüllt die Stadt laut Leimert die gesetzlichen Vorgaben. Der Politik scheint das nicht zu reichen. Sie will wissen, was es die Stadt kostet, wenn der Sanitärbereich vergrößert wird.

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